Der Hoteliers- und Gastwirteverband (HGV) hat die von der Landesregierung verabschiedeten neuen Förderkriterien für gastgewerbliche Nahversorgungsbetriebe positiv aufgenommen. Landesrat Luis Walcher wird für die enge Zusammenarbeit und die gezielten Anpassungen der Richtlinien ausdrücklich gewürdigt.
Für den HGV sind Dorfgasthäuser und -bars weit mehr als wirtschaftliche Betriebe: „Sie sind Treffpunkte, Orte der Begegnung, Stuben der Gemeinschaft und ein Stück gelebter Dorfkultur“, erklärt Präsident Klaus Berger. Gerade in strukturschwachen Ortschaften seien diese Betriebe entscheidend für das gesellschaftliche Leben.
Die neuen Richtlinien ermöglichen eine gezielte Unterstützung sowohl für die Eröffnung als auch für die Aufrechterhaltung von gastgewerblichen Nahversorgungsbetrieben. Dabei wurden zentrale Anliegen des HGV berücksichtigt: Betriebe mit Jahreslizenz, die in den letzten drei Jahren für längere Zeit geschlossen waren, zählen künftig nicht mehr automatisch als „zweiter Betrieb“. Damit können Betriebe, die fast das ganze Jahr geöffnet sind, nun Förderbeiträge erhalten.
Zudem können künftig in strukturschwachen Ortschaften auch dann Förderungen gewährt werden, wenn zwei gastgewerbliche Nahversorgungsbetriebe vorhanden sind. Weitere Anpassungen betreffen Ruhetage und Öffnungszeiten, sodass die Realität vor Ort besser berücksichtigt wird. „Das gibt vielen Wirtinnen und Wirten neuen Mut“, erklärt HGV-Direktor Raffael Mooswalder.
Finanziell werden die Beträge für die Aufrechterhaltung eines Betriebes von 12.000 auf 13.000 Euro pro Jahr erhöht, um sie an den Nahversorgungsbeitrag im Handel anzugleichen. Für strukturschwache Ortschaften, in denen zwei Betriebe vorhanden sind, können bis zu 8.000 Euro für die Aufrechterhaltung gewährt werden. Für Neueröffnungen bleibt ein einmaliger Beitrag von bis zu 30.000 Euro vorgesehen.
Mit diesen Maßnahmen will der HGV sicherstellen, dass Dorfgasthäuser als zentrale Orte der Begegnung und kulturellen Identität in Südtirol erhalten bleiben.
Im Bild: HGV-Vizepräsident Hansi Pichler, HGV-Präsident Klaus Berger und HGV-Vizepräsidentin Judith Rainer