Idomeneo: Mozarts mythologisches Meisterwerk kehrt nach Tirol zurück

Mit gerade einmal 24 Jahren schuf Wolfgang Amadeus Mozart eines seiner größten Meisterwerke: „Idomeneo“, ein Dramma per musica in drei Akten, das nun in einer bildstarken Inszenierung erstmals dem Tiroler Publikum präsentiert wird. Die Oper, die Mozart selbst zu seinen Lieblingswerken zählte, beeindruckt durch psychologisch komplexe Arien, monumentale Chöre und Orchesterfarben, die Stürme und innere Konflikte der Figuren unmittelbar spürbar machen.

Nach dem Trojanischen Krieg kehrt König Idomeneo nach Kreta zurück. Doch ein gewaltiger Sturm bedroht sein Schiff. In seiner Not schwört er dem Meeresgott Neptun, das erste Lebewesen, dem er an Land begegnet, zu opfern. Das Schicksal spielt ihm grausam einen Streich: Ausgerechnet sein Sohn Idamante steht ihm gegenüber. Während Idamante die trojanische Prinzessin Ilia liebt, begehrt Elettra, Tochter Agamemnons, den Prinzen. Zurückweisung und Eifersucht entfesseln ein emotionales Drama, das durch Neptuns Rache an Idomeneo und die Verwüstung der Insel noch verstärkt wird. Erst im entscheidenden Moment löst sich der Konflikt: Idomeneo muss zugunsten seines Sohnes abdanken, und Idamante kann mit Ilia eine neue Generation repräsentieren, die den Kreislauf von Krieg und Gewalt durchbricht.

Das Werk ist gleichermaßen mythologisches Welttheater, Gesellschaftskritik und zutiefst emotionale Musik. Diese komplexe Mischung bringt der britisch-österreichische Regisseur Henry Mason in einer atmosphärischen Inszenierung auf die Bühne. Bühne und Kostüme stammen von Jan Meier, einem langjährigen Mitarbeiter Masons und derzeit Ausstattungschef der Salzburger Festspiele.

In den Hauptrollen glänzen internationale und heimische Künstler: Dovlet Nurgeldiyev übernimmt die Titelrolle des Idomeneo, unterstützt von Camilla Lehmeier als Idamante, Anastasia Lerman als Ilia und Susanne Langbein in der hochdramatischen Partie der Elettra. Die musikalische Leitung liegt bei Gerrit Prießnitz, Video und visuelle Effekte steuert Sven Stratmann, die Dramaturgie liegt bei Diana Merkel. Ergänzt wird das Ensemble durch herausragende Chorsolisten, darunter Alexandra Anuşcă, Ana Akhmeteli und William Tyler Clark.

Die Premiere findet am Samstag, 14. Februar 2026, um 19.00 Uhr im Großen Haus statt (Dauer ca. 2 Stunden 50 Minuten, eine Pause). Weitere Termine sind: 22.2., 28.2., 11.3., 15.3., 26.3., 17.4., 19.4., 22.4. und 24.4., jeweils abends zwischen 19.00 und 19.30 Uhr.

Mit „Idomeneo“ erwartet das Publikum ein packendes Opernerlebnis: ein Spiel aus Macht, Schuld, Liebe und Versöhnung, begleitet von Mozarts unvergänglicher Musik, die auch heute noch zu den emotionalen Höhepunkten des Musiktheaters zählt.

Im Bild: Dovlet Nurgeldiyev (Idomeneo), Jonas Kofler (Trojanisches Kind) & Chor/© Barbara Palffy