Freiheitlicher Neujahrsempfang in Kaltern: Selbstbewusste Bilanz und klare Positionen

Der Neujahrsempfang der Freiheitlichen im Vereinshaus von Kaltern stand ganz im Zeichen politischer Standortbestimmung. Unter dem Motto, das „enorme Potenzial unserer schönen Heimat“ nutzen zu wollen, nutzte die Partei den Jahresauftakt, um auf ein Jahr Regierungsbeteiligung zurückzublicken und ihre Schwerpunkte für die kommenden Monate abzustecken.

Generalsekretär Dietmar Zwerger eröffnete die Veranstaltung und begrüßte Mitglieder und Funktionäre aus allen Landesteilen. In einer Grußbotschaft betonte der Tiroler FPÖ-Obmann Markus Abwerzger die enge politische Verbundenheit der Freiheitlichen mit der FPÖ als Schwesterpartei und verwies auf gemeinsame Grundwerte wie Freiheit, Heimat und die gesamt-tiroler Identität.

Obmann Roland Stauder zog in seiner Rede eine positive Bilanz der vergangenen zwölf Monate. Besonders hob er die Wohnreform sowie Maßnahmen im Bereich der Sicherheit und der Ortspolizei hervor. Für das kommende Jahr kündigte Stauder an, sich weiterhin intensiv mit der Situation der deutschen Schule zu befassen, die er als zentralen Pfeiler für den Fortbestand der deutschen Volksgruppe bezeichnete. Neben sozialen Themen wie steigenden Lebenshaltungskosten, vergleichsweise moderaten Löhnen und Renten sowie der Absicherung bedürftiger Menschen sprach Stauder auch die Zuwanderung an. Dabei formulierte er eine klare Haltung zur Integration, die auf Anpassung an bestehende Gesetze und gesellschaftliche Regeln setzt.

Landesrätin Ulli Mair stellte in ihren Grußworten die inhaltliche und pragmatische Arbeit der Freiheitlichen in den Vordergrund. Ziel sei es, Schritt für Schritt konkrete Verbesserungen für die Bevölkerung zu erreichen. Die bisher umgesetzten Reformen würden, so Mair, nicht nur von Fachleuten, sondern auch von breiten Teilen der Bevölkerung positiv bewertet. Gleichzeitig machte sie deutlich, dass die Zusammenarbeit in der Landesregierung nicht frei von Spannungen sei, insbesondere da mit den Freiheitlichen erstmals eine zweite deutsche Partei Regierungsverantwortung trage. Widerstände seien jedoch Teil politischer Prozesse und würden sie nicht von der Umsetzung ihrer Projekte abhalten.

Zustimmung äußerte Mair zudem zu den von der italienischen Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni eingeführten verschärften Maßnahmen zur Bekämpfung der Kriminalität, insbesondere in den Bereichen Migration, Abschiebung und Jugendkriminalität.

Ein weiterer Programmpunkt war die Vorstellung des Buches „Kann Südtirol Staat“ durch Vertreter des überparteilichen Vereins Noiland. Das als Weißbuch konzipierte Werk untersucht in 40 Fragen die Möglichkeit eines eigenständigen Staates Südtirol und versteht sich als sachlich-wissenschaftlicher Beitrag zur Unabhängigkeitsdebatte. Die Freiheitlichen werteten die Veröffentlichung als Bestätigung, dass entsprechende Forderungen nicht nur politisch, sondern auch fachlich begründet werden können.

Begleitet wurde der Neujahrsempfang von der Wanderausstellung des Südtiroler Schützenbundes zu den Katakombenschulen. Der historische Rückblick wurde in den Reden in Zusammenhang mit aktuellen bildungspolitischen Diskussionen gestellt. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Tiroler Mittagessen, das dem politischen Auftakt in das neue Jahr einen geselligen Rahmen gab.