Kanonikus Johann Kollmann verstorben

Im Alter von 95 Jahren ist am Montag, 12. Jänner 2026, Kanonikus Johann Kollmann verstorben. Der Priester, Historiker und langjährige Lehrer prägte über Jahrzehnte das kirchliche, wissenschaftliche und kulturelle Leben der Diözese Bozen-Brixen.

Johann Kollmann wurde am 10. Juni 1930 in Laurein geboren und am 18. März 1956 im Johanneum in Dorf Tirol zum Priester geweiht. Seine seelsorgliche Tätigkeit begann er als Kooperator in Aldein und Auer, bevor er von 1959 bis 1964 ein Doktoratsstudium der Geschichte in Innsbruck absolvierte. In den folgenden Jahren wirkte er unter anderem als Kooperator in Vöran sowie von 1971 bis 1976 in Marling.

Besonders nachhaltig war Kollmanns Wirken im Bildungsbereich: Von 1964 bis 1997 war er insgesamt 33 Jahre lang Professor am Bischöflichen Seminar Johanneum. Dort unterrichtete er Geschichte, Kunstgeschichte, Latein und Philosophie und war von 1981 bis 1997 zudem Studiendirektor. Generationen von Schülern und Studenten profitierten von seiner fachlichen Kompetenz und seinem pädagogischen Engagement.

1984 wurde Johann Kollmann zum Kaplan von Schloss Tirol ernannt, ein Amt, das er bis 2012 ausübte. Von 1998 bis 2005 war er Domkanoniker in Brixen, zugleich wirkte er von 2000 bis 2005 als Kanzler am Bischöflichen Ordinariat. In dieser Funktion setzte er sich maßgeblich für die Ordnung und Inventarisierung zahlreicher Pfarrarchive ein und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des kirchlichen Kulturerbes. Im Jahr 2005 wurde er von seinen Aufgaben als Kanzler und Domkanonikus entbunden.

Für seine vielfältigen Verdienste erhielt Johann Kollmann zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Verdienstkreuz des Landes Tirol (1988), das Ehrenzeichen der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck (1990) sowie 2021 die Verdienstmedaille der Diözese Bozen-Brixen für sein Engagement im Bibliotheks- und Archivwesen. Weitere Ehrungen würdigten seinen Einsatz für die Erhaltung von Kulturgütern.

Seinen Lebensabend verbrachte Johann Kollmann im Jesuheim in Girlan. Der Trauergottesdienst für den Verstorbenen wird am Freitag, 16. Jänner 2026, um 15 Uhr im Brixner Dom gefeiert. Bischof Ivo Muser wird der Eucharistiefeier vorstehen. Anschließend erfolgt die Beisetzung in der Arkade des Domkapitels am Brixner Friedhof.