Meran hat einen Kulturort mehr, der sich dauerhaft etabliert hat. Mit dem Abschluss der Herbst-, Winter- und Frühjahrssaison hat der ost west club est ovest erstmals eine vollständige Jahresprogrammierung im ehemaligen Bersaglio umgesetzt und damit einen wichtigen Schritt in seiner Entwicklung vollzogen. Rund eineinhalb Jahre nach dem Einzug ist das Vereinsheim nicht nur funktional gewachsen, sondern auch als kultureller Treffpunkt fest im Stadtleben verankert.
Die Räumlichkeiten wurden im Laufe des Jahres kontinuierlich weiterentwickelt und an die vielfältigen Anforderungen angepasst. Parallel dazu konnten organisatorische Abläufe deutlich vereinfacht werden, da die Programmtätigkeit nun ganzjährig im Haus stattfindet. Auch für das Jahr 2026 sind weitere technische Verbesserungen geplant. Die positive Entwicklung spiegelt sich zudem in einem neuen Mitgliederrekord wider. Im Personalbereich wurde das Team gezielt erweitert, um den laufenden Betrieb nachhaltig abzusichern.
Im Jahr 2025 fanden im ost west club est ovest 225 Veranstaltungen statt. Das Programm zeigte eine bemerkenswerte inhaltliche Breite und reichte von Musik, Tanz und Literatur über Film, Theater und Ausstellungen bis hin zu Diskussionsformaten, Nachhaltigkeitsprojekten und sozialen Initiativen. Ergänzt wurde das Angebot durch regelmäßig stattfindende Formate wie Chorproben, ein Theaterlabor sowie Tanzkurse in Kooperation mit Swing On Südtirol, die den Club auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten zu einem aktiven Arbeitsort machten.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Musik: 77 Veranstaltungen mit Bands und DJs, darunter 17 Ausgaben von „Share Your Music“ und 10 Jamsessions, boten sowohl etablierten als auch jungen Musikerinnen und Musikern eine Bühne und förderten den Austausch zwischen unterschiedlichen Szenen. Auch Performance, Bühne und Spoken Word nahmen einen wichtigen Platz ein. Zehn Open-Stage-Abende ermöglichten vielfältige künstlerische Ausdrucksformen, während der Poetry Slam – organisiert von Lene Morgenstern – lokale und internationale Slammerinnen zusammenbrachte und zugleich als Qualifikationsformat für die Südtiroler Landesmeisterschaften diente.
Im Bereich Tanz, Bewegung und Körperarbeit wurden 24 Veranstaltungen umgesetzt, darunter inklusive Tanzformate, Tango- und Lindy-Hop-Abende. Ergänzt wurde das Programm durch zeitgenössischen Tanz in Zusammenarbeit mit Alpsmove sowie ein regelmäßiges Yoga-Angebot. Die Literaturarbeit umfasste mehrere Veranstaltungen sowie das Festival „Sprachspiele / Linguaggi in gioco“. Hinzu kamen Vorträge, Diskussionsabende und eine öffentliche Diskussion im Vorfeld der Gemeinderats-Stichwahl.
Auch Film, Theater und bildende Kunst waren feste Bestandteile des Jahresprogramms. Filmabende, Theateraufführungen und drei Ausstellungen gaben unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen Raum. Das wöchentlich stattfindende Theaterlabor, das in Zusammenarbeit mit TIDA Meran umgesetzt wurde, bot jungen Menschen die Möglichkeit, eigene kreative Prozesse zu entwickeln und auf die Bühne zu bringen.
Stark präsent war 2025 auch das gemeinschaftliche Vereinsleben. Formate wie Pubquiz, Game Nights, Karaoke, Swap-Partys, Repair Cafés oder Sport- und Spielabende förderten niederschwellige Begegnungen und stärkten den sozialen Charakter des Hauses. Neue Projekte wie das Diskussionsformat „Back To Reality“, die im Herbst gestartete Bike Kitchen oder das Projekt „Performing Artists Bersaglio“ setzten zusätzliche inhaltliche Akzente.
Ein besonderer Höhepunkt war die Veranstaltung „Stilbruch“, die in Zusammenarbeit mit dem Jugendzentrum Jungle und mit Unterstützung der Gemeinde Meran im Stadttheater Meran (Puccini) stattfand und zugleich den kulturellen Neustart des Hauses nach den Umbauarbeiten begleitete.
Der Kulturbericht zeigt ein Jahr der Konsolidierung und Profilierung. Der ost west club est ovest hat sich 2025 als ganzjährig aktiver Kultur- und Begegnungsort in Meran etabliert und trägt mit einem vielfältigen, partizipativen Programm wesentlich zur kulturellen Lebendigkeit der Stadt bei.
Foto/c-Arno Ebner