Das Jahr 2025 geht zu Ende, und für Südtirol wie auch für die Südtiroler Volkspartei fällt die politische Bilanz insgesamt positiv aus. SVP-Obmann Dieter Steger spricht von einem Jahr wichtiger Entscheidungen, klarer Weichenstellungen und tragfähiger Ergebnisse. Zu den zentralen Eckpfeilern zählen die erfolgreichen Gemeinderatswahlen, das 80-jährige Bestehen der Partei, der Durchbruch bei der Autonomiereform, der finanzielle Schuldenschnitt der SVP sowie substanzielle Beschlüsse zur Stärkung des deutschsprachigen Kindergartens und der deutschsprachigen Schule.
Die Gemeinderatswahlen bezeichnet Steger als den entscheidenden Gradmesser für die politische Verankerung der Volkspartei. Im Vergleich zu 2020 habe man das Ergebnis weiter verbessern können. Über 102 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie rund 1.400 Gemeinderätinnen und Gemeinderäte auf Gemeindeebene seien ein klarer Beleg für das anhaltende Vertrauen der Bevölkerung. Gleichzeitig habe sich die Partei strukturell weiterentwickelt, sei jünger und weiblicher geworden und habe auch unter schwierigen Ausgangsbedingungen Verantwortung übernommen.
Ein besonderer politischer und symbolischer Schwerpunkt des Jahres war das 80-jährige Jubiläum der Südtiroler Volkspartei. Die Gründung am 8. Mai 1945 durch 19 Persönlichkeiten um Erich Amonn sei in einem historischen Kontext erfolgt, der von Leid, Unsicherheit und politischer Orientierungslosigkeit geprägt war. Diese Gründungsleistung verstehe man bis heute als Auftrag, als Sammelpartei die Interessen der deutsch- und ladinischsprachigen Minderheit zu vertreten und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu sichern.
Im Sinne dieser historischen Verantwortung kam es 2025 auch zum entscheidenden Durchbruch bei der Autonomiereform. Die außerordentliche Landesversammlung in Vahrn billigte den Verfassungsgesetzesentwurf, der aus den Verhandlungen mit der italienischen Regierung hervorging. Steger verweist darauf, dass das Ergebnis über die bloße Wiederherstellung der Autonomie hinausgehe: neue Zuständigkeiten, eine Stärkung der Durchführungsbestimmungen und eine verbesserte innerstaatliche Absicherung seien erreicht worden. Das parlamentarische Verfahren verlaufe zügig, die Regierung halte ihre Zusagen ein, und man sei zuversichtlich, den Reformprozess in absehbarer Zeit abschließen zu können.
Als inhaltlich besonders wichtig hebt Steger zudem das vom SVP-Ausschuss beschlossene Maßnahmenpaket zur Stärkung des deutschsprachigen Kindergartens und der deutschsprachigen Schule hervor. Die Entscheidungen seien sachlich, lösungsorientiert und ohne ideologischen Druck getroffen worden. Im Mittelpunkt habe stets das Wohl der Kinder und die Sicherstellung eines hochwertigen Unterrichts in der Muttersprache gestanden. Gerade als sprachliche Minderheit in Italien sei dies eine zentrale Zukunftsfrage mit langfristigen Auswirkungen.
Auch auf internationaler Ebene habe die SVP 2025 klare politische Akzente gesetzt. Delegationsbesuche in Wien und München dienten der Vertiefung des Austauschs mit staatstragenden Parteien und politischen Entscheidungsträgern. Der enge Dialog mit Österreich bleibe für Südtirol von strategischer Bedeutung, sowohl aus historischer Verantwortung heraus als auch im Hinblick auf aktuelle Herausforderungen wie die Autonomiereform.
Mit Blick auf 2026 zeigt sich Steger grundsätzlich zuversichtlich, mahnt jedoch zugleich zur Selbstkritik. Ein Rekordlandeshaushalt, laufende Gesetzesvorhaben und der bevorstehende Abschluss der Autonomiereform bildeten eine solide Ausgangsbasis. Gleichzeitig bereite ihm die sinkende Wahlbeteiligung Sorgen, ebenso wie ein schwindendes Vertrauen in politische Institutionen und die Zunahme von Desinformation. Große Herausforderungen wie der demographische Wandel, soziale und generationelle Gerechtigkeit, wirtschaftliche Stagnation, Fachkräftemangel, hohe Lebenshaltungskosten und der Klimawandel erforderten entschlossene, mitunter auch unpopuläre Entscheidungen. Die Südtiroler Volkspartei sehe sich in der Pflicht, Strategien laufend zu überprüfen, anzupassen und dort konsequent weiterzugehen, wo sie sich bewährt haben – im langfristigen Interesse Südtirols.
Im Bild: Dieter Steger