„Oskar & die Dame in Rosa“ in Bozen: Eine bewegende Hymne auf das Leben

Das Cortile-Theater im Hof in Bozen startet ins neue Jahr mit einer Produktion, die berührt und zum Nachdenken anregt: Ab dem 3. Jänner 2026 wird „Oskar & die Dame in Rosa“ von Eric-Emmanuel Schmitt gezeigt – ein Theaterstück über Leben, Tod und Hoffnung, dessen Erlös dem Verein Dormizil EO zugutekommt, der wohnungs- und obdachlosen Menschen in Südtirol ein Zuhause bietet.

Im Zentrum der Geschichte steht der zehnjährige Oskar, der an Leukämie erkrankt ist und Fragen stellt, auf die es keine einfachen Antworten gibt. Während sein Umfeld oft hilflos reagiert, begegnet ihm Oma Rosa, eine freiwillige Betreuerin im Krankenhaus, mit Offenheit, Humor und Herzenswärme. Sie ermutigt Oskar, seine Gedanken aufzuschreiben und an Gott zu richten – ein Dialog, der nicht nur Raum für Resignation, sondern vor allem für das Leben bis zuletzt schafft. Durch eine poetische Idee erlebt Oskar im Zeitraffer ein ganzes Menschenleben – von der Pubertät über erste Liebe bis ins Alter.

Beate Sauer, Regisseurin und künstlerische Leiterin des Theaters im Hof, sieht darin eine besondere Verantwortung des Theaters: „Theater kann Räume öffnen, in denen auch das Unaussprechliche einen Platz bekommt. ‚Oskar & die Dame in Rosa‘ erzählt vom Sterben, aber vor allem vom Leben, vom Mut zur Wahrheit und von Nähe.“

Die Rolle der Oma Rosa übernimmt Gertraud Ingeborg (Sydney/Salzburg), bekannt aus den erfolgreichen Produktionen „Nacht, Mutter“ und „Belle“. Für sie ist die Figur eine zutiefst menschliche Aufgabe: „Oma Rosa ist keine Heldin, sondern eine Frau, die bleibt, wenn andere gehen. Sie hört zu, widerspricht und lacht. Genau darin liegt ihre Kraft.“

Für Ausstattung, Licht und Technik sorgen Kerstin Hägele und Alexander Böhmler, begleitend entstehen während der Proben Theaterbilder von Carmen Maria Alber, die Szenen des Stückes zeichnerisch interpretieren. Ein Teil des Erlöses aus dem Verkauf dieser Werke geht ebenfalls an Dormizil EO. Paul Tschigg und Maria Lobis vom Verein betonen: „Dieses Stück macht sichtbar, wie wichtig Begleitung, Würde und echtes Dasein sind. Kunst kann Empathie schaffen, wo Worte oft fehlen.“

Eric-Emmanuel Schmitt, einer der meistgespielten zeitgenössischen Dramatiker Europas, verbindet existentielle Fragen mit Leichtigkeit, Humor und großer Menschlichkeit. „Oskar & die Dame in Rosa“ gilt als eines seiner berührendsten Werke – eine stille, kraftvolle Hymne auf das Leben.

Die Premiere findet am 3. Jänner 2026 statt, weitere Aufführungen folgen am 4., 5., 6., 9. und 10. Jänner, jeweils um 20 Uhr im Cortile-Theater im Hof, Obstmarkt 37, Bozen. Mehr Infos: www.theaterimhof.it.

Im Bild: von links Carmen Maria Alber (Theatermalerin), Paul Tschigg (Dormizil EO), Gertraud Ingeborg (Schauspielerin), Beate Sauer (Regisseurin), Alexander Böhmler (Licht und Technik) und Maria Lobis (Dormizil EO)