Der Südtiroler Landtag hat am 12. Dezember grünes Licht für den Haushaltsvoranschlag 2026 gegeben – und zwar für ein Budget, das sich sehen lassen kann. Mit einem Gesamtvolumen von 8,808 Milliarden Euro an Kompetenzausgaben, das inklusive zweckgebundener Mittel auf 8,878 Milliarden Euro anwächst, setzt das Land klare politische Akzente für die kommenden Jahre.
Ausgangspunkt war ein von der Landesregierung festgelegtes Budget von 8,724 Milliarden Euro. Durch die Einbindung zweckgebundener Mehrjahresfonds erhöhte sich das Volumen zunächst auf 8,760 Milliarden Euro. Den letzten Feinschliff erhielt der Haushalt jedoch im Landtag selbst: Änderungsanträge aus den politischen Fraktionen sorgten für zusätzliche Mittel und führten zum nun beschlossenen Endbetrag.
Bemerkenswert ist dabei die Herkunft eines Teils der zusätzlichen Gelder. Rund 14,6 Millionen Euro stammen aus echten Mehreinnahmen, also aus neuen finanziellen Spielräumen. Weitere Anpassungen ergeben sich aus der Umplanung von Projekten im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen – allein hier wurden 36,5 Millionen Euro neu justiert – sowie aus Aktualisierungen bei EU-Fördermitteln, etwa im Rahmen von PNRR und EFRE.
Landeshauptmann Arno Kompatscher zeigte sich nach der Genehmigung überzeugt, dass der Haushalt 2026 gezielt neue Perspektiven eröffnet. Im Fokus stünden Familien, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie junge Menschen. „Wir stärken vor allem jene, die besonders viel Unterstützung brauchen“, betonte Kompatscher und verwies auf die klare Ausrichtung des Budgets auf soziale Gerechtigkeit und Zukunftsfähigkeit.
Tatsächlich bildet der soziale Bereich einen der zentralen Schwerpunkte des Haushalts. Investitionen in Pflege, Inklusion und Unterstützungsmaßnahmen für besonders verletzliche Gruppen sollen ausgebaut werden. Gleichzeitig wird die Familienförderung weiterentwickelt – unter anderem durch eine Erhöhung des Landeskindergeldes und die Einführung neuer ISEE-Klassen.
Auch das Gesundheitswesen erhält zusätzliche Impulse. Der Fokus liegt auf wohnortnaher Versorgung, dem Ausbau von Gemeinschaftshäusern und einer stärkeren Rolle der Allgemeinmedizin. Verbesserte Arbeitsbedingungen, zusätzliche Ausbildungsplätze und gezielter Personalaufbau sollen die Gesundheitsversorgung langfristig absichern.
Ein weiteres Kernanliegen bleibt das Wohnen. Die Wohnreform setzt auf leistbare Miet- und Eigentumswohnungen, Maßnahmen gegen Kurzzeitvermietung, Verbesserungen beim Bausparen, günstige Kredite sowie neue Vorgaben für den gemeinnützigen Wohnbau.
Ergänzt wird der Haushalt durch Investitionen in Mobilität und Infrastruktur sowie durch gezielte Unterstützung von Innovation, Start-ups und Digitalisierung. Auch die nachhaltige Entwicklung bleibt im Fokus – mit Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz und dem weiteren Ausbau erneuerbarer Energien.
„Wir investieren in Lebensqualität, soziale Sicherheit und nachhaltige Entwicklung“, fasste Kompatscher zusammen. Mit dem Budget 2026 wolle das Land gemeinsam ein sozial gerechteres, lebenswerteres und wieder leistbares Südtirol gestalten.
Im Bild: Arno Kompatscher/c-Südtiroler Landtag/Werth