In Welschtirol wurden zahlreiche der geplanten 25 Gedenktafeln enthüllt, die an die italienischsprachigen Tiroler Gefallenen des Ersten Weltkriegs erinnern sollen. Dieses Vorhaben entstand aus einer Zusammenarbeit zwischen dem Südtiroler Heimatbund (SHB) und dem Welschtiroler Schützenbund. Bereits im Oktober 1923 hatte Quästor Panini von Trient in einem Schreiben an die Bürgermeister der Region Venezia Tridentina betont, dass eine stille Erinnerung auf den Friedhöfen genüge, um der unter österreichischer Flagge gefallenen Soldaten zu gedenken. Dabei verwies er auf eine Vorgabe der Präfektur vom Januar desselben Jahres, wonach Denkmäler für die Kriegsgefallenen Tirols sowie die für das österreichische Vaterland Gefallenen auf Friedhöfe beschränkt bleiben sollten – ohne öffentliche Zeremonien oder Platzierungen auf zentralen Plätzen. Gleichzeitig wurde verfügt, dass Ehrenmale an öffentlichen Orten lediglich jenen gewidmet werden dürften, die desertiert waren, um in der italienischen Armee zu kämpfen. In Civezzano fand am 19. Oktober eine Kranzniederlegung statt, ebenso am 4. November auf den Friedhöfen in Kronmetz und San Michele all’Adige. Auch am 31. Oktober 2025 legte eine Delegation aus Vertretern des Welschtiroler Schützenbundes und des Südtiroler Heimatbundes einen Tannenkranz am Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs in Welschmetz-Mezzolombardo nieder. Anwesend waren unter anderem Ettore Facchinelli, Ivo Facchinelli, SHB-Mitglied Marcello Delucca, der Buchautor Giuseppe Matuella sowie die Schützenkompanie Kalisberg. Marcello Delucca erklärte als Vertreter des SHB für Welschtirol, dass dieses Projekt aus der engen Zusammenarbeit des Südtiroler Heimatbundes mit dem Welschtiroler Schützenbund entstanden sei. Die angebrachte Gedenktafel sei eine von insgesamt 25 Tafeln, die bei Denkmälern für die Tiroler Gefallenen italienischer Muttersprache aus dem Ersten Weltkrieg angebracht würden. Ziel sei es, Erinnerung und historische Wahrheit auch den nachfolgenden Generationen zugänglich zu machen. Seiner Ansicht nach trügen viele der bestehenden Denkmäler noch immer faschistische Inschriften, die versucht hätten, den historischen Kontext zu verzerren und zu verdrängen. In einigen Fällen seien die Namen der Gefallenen durch Verwitterung nicht mehr lesbar, während jedoch die faschistischen Schriften restauriert worden seien. Daher setze man sich aktiv für die Pflege und Wiederherstellung dieser Denkmäler ein – in Zusammenarbeit mit den Stadtverwaltungen und im Geist von Frieden und Wahrheit. Der Obmann des SHB, Roland Lang, hob hervor, dass insbesondere die italienischen Faschisten große Anstrengungen unternahmen, um einen Krieg zu rechtfertigen, der den Tod von 680.000 italienischen Soldaten zur Folge hatte und lediglich das Ziel verfolgte, ein Gebiet zu erobern und zu besetzen, das weder italienisch war noch italienisch sein wollte. Tatsächlich wechselten während des Ersten Weltkriegs lediglich 302 Soldaten aus dem heutigen Trentino auf die Seite Italiens – das entspricht lediglich 0,072 %. Die Botschaft auf den Gedenktafeln, versehen mit den niedergelegten Ehrenkränzen, lautet: “Die Bevölkerung gedenkt mit Dankbarkeit ihrer im Krieg 1914–1918 gefallenen Mitbürger, die mit Treue und äußerster Selbstlosigkeit ihre Heimat Österreich-Ungarn verteidigten. Ruhet in Frieden.“ Abschließend betonten Marcello Delucca und Roland Lang nochmals die Bedeutung des Projekts: Erinnerung und Wahrheitsfindung müssten bewahrt bleiben – insbesondere für zukünftige Generationen. Gemeinsam arbeiteten der Südtiroler Heimatbund und der Welschtiroler Schützenbund daran, der Geschichte mit Würde zu begegnen und den Opfern ihren verdienten Platz im kollektiven Gedächtnis zu sichern. Der Fokus liege dabei auf Frieden sowie einer unverfälschten historischen Aufarbeitung.
Im Bild: Kranzniederlegung Mezzolombardo, Mitte Marcello Delucca