Im Rahmen der Europäischen Woche der Abfallvermeidung laden die OEW – Organisation für Eine solidarische Welt, der Südtiroler Gemeindenverband und REX – Material und Dinge am 14. November zur Tagung „Alte Kleider? Neue Ideen!“ ins Pastoralzentrum Bozen ein. Im Zentrum stehen Fragen rund um die Textilindustrie, die Herausforderungen bei der Gebrauchtkleidersammlung und konkrete Lösungsansätze aus der europäischen Kreislaufwirtschaft. Die Veranstaltung richtet sich an Bürger*innen, Gemeindevertreter*innen und alle, die sich für nachhaltigen Konsum interessieren. Die Teilnahme an der Tagung kann vor Ort oder per Livestream erfolgen. Eine Anmeldung ist bis zum 7. November möglich.
Es ist ein globales Problem mit lokalen Auswirkungen: Die Textilindustrie zählt zu den umweltschädlichsten und ausbeuterischsten Branchen weltweit. Auch in Südtirol ist das Thema aktueller denn je: Seit die Caritas Südtirol ihre kostenlose Altkleidersammlung eingestellt hat, stehen viele erstmals vor der Herausforderung, Kleidung bewusst und kostenpflichtig zu entsorgen. Laut Landesamt für Abfallwirtschaft fallen in Südtirol jährlich rund 2.000 bis 3.000 Tonnen Textilabfall an.
„Der Wert von Kleidung ist in den letzten Jahren dramatisch gesunken – durch die Masse an Billigware und sinkende Qualität“, erklärt Annalena Egger, OEW-Mitarbeiterin für bewussten Konsum. „Doch gerade jetzt ist die Zeit reif, Kleidung neu zu denken: Tauschen, reparieren, kreativ umgestalten und dadurch weniger und bewusster kaufen – das kann nicht nur Spaß machen, sondern bringt auch echten Wert zurück.“
Bei der Tagung geben lokale und internationale Expert*innen spannende Einblicke in die globale Textilproduktion, die Situation in Südtirol und Best Practices aus der EU. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Handlungsspielraum für Südtirols Gemeinden. Bei einem runden Tisch diskutieren Monika Wielander (Kleidertauschkammer Schlanders), Sonja Plank (Bürgermeisterin von Hafling), Dominik Oberstaller (Südtiroler Gemeindenverband), Susanne Barta (Slow-Fashion-Botschafterin), Guido Osthoff (Caritas Südtirol) und Giulio Angelucci (Amt für Abfallwirtschaft). Die Moderation übernimmt Evi Keifl.
Verena Gschnell, Geschäftsleiterin der OEW, betont: „Die globale Textilindustrie zeigt deutlich, wie eng Umweltzerstörung und soziale Ausbeutung miteinander verknüpft sind. Mit Veranstaltungen wie dieser möchten wir zu einem bewussteren Konsumverhalten beitragen und Alternativen sichtbar machen – für ein gutes Leben für alle, hier in Südtirol und weltweit.“
Auch Dominik Oberstaller, Präsident des Südtiroler Gemeindenverbandes, betont die Relevanz des Themas: „Die Gemeinden sind bei der Entsorgung von Alttextilien zunehmend gefordert, neue Wege für Sammlung, Wiederverwertung und Bewusstseinsbildung zu finden.“ Die Tagung schaffe unter anderem eine Möglichkeit, sich dazu auszutauschen.
An der Tagung kann vor Ort oder via Livestream teilgenommen werden. Eine Anmeldung für Privatpersonen ist bis zum 7. November möglich unter: verwaltungsschule@gvcc.net Die Anmeldung für Gemeindeverwalter und -mitarbeiter*innen erfolgt hingegen über das Portal des Südtiroler Gemeindenverbandes: https://verwaltungsschule.gvcc.net/. Jede Online-Zuschaltung muss zusätzlich per Mail mitgeteilt werden: verwaltungsschule@gvcc.net
Im Bild: Annalena Egger OEW