Am Freitag, 6. Juni 2025 fand ein Austausch zwischen der Jungen Generation in der Südtiroler Volkspartei (JG) und dem Landesbeirat der Schüler statt. Im Zentrum des Gesprächs standen die aktuelle Debatte rund um die Lehrergehälter und die angekündigten Protestmaßnahmen im Bildungsbereich.
Im Rahmen eines offenen und konstruktiven Dialogs wurden insbesondere die Auswirkungen auf Schülerinnen und Schüler thematisiert. Beide Organisationen zeigten sich besorgt über die angedrohte Streichung von Schulprojekten und -ausflügen und appellieren an das Verantwortungsbewusstsein der Lehrpersonen, diese Form des Protests zu überdenken.
„Diskussionen über Arbeitsbedingungen sind legitim und notwendig“, erklärt Anna Künig, Vorsitzende der Jungen Generation. „Es ist aber nicht richtig, dass diese Diskussionen auf dem Rücken unserer Schülerinnen und Schülerinnen und Schüler ausgetragen werden. Machen wir bitte nicht jene zu den Hauptleidtragenden, denen am wenigsten Verantwortung für die aktuelle Situation zukommt.“
Schulprojekte und Ausflüge seien nicht nur eine willkommene Abwechslung im Schulalltag, sondern ein zentraler Bestandteil kultureller Bildung, insbesondere in jungen Jahren. Durch ihre Streichung würde ein bedeutender Teil der Kulturförderung in diesem wichtigen Lebensabschnitt wegfallen und der Einstieg in das kulturelle Leben erschwert werden. „Das hat langfristige Folgen für das kulturelle Interesse junger Menschen“, gibt Künig zu bedenken.
Der Protest würde überdies auch Kulturschaffende betreffen, die auf junge Zielgruppen angewiesen sind, um nachhaltig zu wirken. Kulturvermittlung lebe von Neugier und Erfahrung. Beides erfahre durch den Wegfall von Exkursionen und Projekten eine Ausbremsung.
Ebenso wichtig, so Künig, sei der Bezug zur Praxis. In der Grundschule seien Ausflüge und Projekte für Kinder eine Gelegenheit, durch Erleben besser zu verstehen. In der Oberschule würden praxisnahe Angebote hingegen erste Einblicke in die Arbeitswelt schaffen und damit einen entscheidenden Schritt für eine zielgerichtete und zukunftsorientierte Ausbildung darstellen.
Auch Georg Rabanser, Vorsitzender des Landesbeirats der Schüler, äußert sich deutlich: „Schülerinnen und Schüler dürfen nicht für bildungspolitische Konflikte instrumentalisiert werden. Ein vielfältiger Schulalltag mit Praxisbezug und kulturellen Angeboten ist unverzichtbar – gerade in einer Zeit, in der Motivation und Perspektiven wichtiger denn je sind.“
Der Appell von JG und Landesbeirat der Schüler richtet sich aber auch an die Landesregierung. Diese müsse die im Regierungsprogramm angekündigten Maßnahmen zügig umzusetzen. Erste Schritte wären bereits gemacht worden, es brauche aber noch mehr. Die laufenden Arbeiten der Landesrätin für Personal, Magdalena Amhof, und des Landeshauptmannes werden begrüßt, trotzdem sehe man dringenden Handlungsbedarf, um die angespannte Situation im Bildungsbereich zu entschärfen.
„Wir setzen uns gemeinsam mit den jungen Südtirolerinnen und Südtirolern für ein starkes Bildungssystem ein – mit Praxisbezug, kultureller Förderung und Zukunftsperspektive”, schließen Künig und Rabanser.
Foto/© JG