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Am 1. September Gedenk- und Mahnwache in Blumau

5 Agosto 2022

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Am 1. September Gedenk- und Mahnwache in Blumau

Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes

SHB- Obmann Roland Lang bedankt sich bei Gemeinderat Karl Saxer. 
Roland Lang, Obmann des Südtiroler Heimatbundes und Mitbegründer des Gedenkkomitees KZ Campo d’Isarco, bedankt sich im Namen des Gedenkkomitees beim Karneider Gemeinderat und Heimatforscher Karl Saxer für die Reinigung des KZ-Gedenksteins in Blumau und für die Pflanzung eines neuen Blumenarrangements. 
Der Gedenkstein erinnert an das früher von 66 Scharfschützen – darunter Soldaten der berüchtigten Alpini-Division Pusteria – streng bewachte KZ Campo di concentramento Prato d‘Isarco, das mit dem beginnenden Zweiten Weltkrieges (1. September 1939) auf Anordnung des italienischen Ministerpräsidenten Benito Mussolinis, des Hochkommissars für die Umsiedlung der Südtiroler ins Dritte Reich, Guido Buffarini-Guidi, und des Präfekten Agostino Podestà auf dem 12 Hektar großen Wirtschaftsgelände der ehemaligen Bierbrauerei in Blumau errichtet wurde. Agostino Podestà hatte vorher bereits am Aufbau des KZ von Colfiorito bei Perugia entscheidend mitgewirkt. Im KZ wenige Kilmeter vor der Stadt Bozen waren unter miserablen Bedingungen von Neujahr 1941 bis Ende 1943 zwischen 400 und 3000 slawische Regime-Gegner und alliierte Kriegsgefangene interniert. 
Wie ein ehemaliger Rekrut der faschistischen Avantgardisten aus dem Trentino in seinen Memoiren berichtet hatte, wurden die im Lager in dunkelbrauner Häftlingsuniform gekleideten und festgehaltenen Männer als „Parasiten“ (“Pidocchi”), „Lausbefallene“ bezeichnet. Sie waren von den Faschisten mit rudimentären Bauwerkzeug angewiesen worden, Schwerstarbeiten beim Bau des Virgel Tunnels und Teilstrecken der Völser- und Brennerstraße zu verrichten. 
Der seit 2018 bestehende KZ-Gedenkstein in Blumau stellte heute für sehr viele Südtiroler ein Symbol gegen Faschismus und Krieg dar, so Roland Lang.
Anlässlich des Gedenktages an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges (1. September 1939) und den vor 100 Jahren von der Regierung in Rom eingeleiteten Maßnahmen zur Absetzung des letzten freigewählten Bürgermeisters von Bozen, werden die im Gedenkkomitee zusammengeschlossenen Vereine und Einzelpersönlichkeiten am Gedenkstein in Blumau am 1. September abends mit Beginn um 19.30 Uhr eine Gedenkveranstaltung und Mahnwache abhalten.
Für die Gedenkrede konnten zwei bekannte Redner gewonnen werden: Carlo Simeoni, ein bekannter Buchautor aus dem Trentino und der bekannte Tiroler Umweltexperte und Schriftsteller Dr. Maximilian Unterrichter. Beide haben sich durch ihre moralische Autorität und als ihrem offenen Einsatz zur Wiederherstellung der Europaregion Tirol reichlich Anerkennung verschafft. Darum werden sie einmal mehr auch auf die neuen Gefahren des Nationalismus und Extremismus hinweisen. 
Eine besondere Note wird die Gedenkveranstaltung auch durch das gemeinsame Gebet von zwei weiteren bedeutenden, heute als Wortgottesdienstbeauftragte engagierte Persönlichkeiten erhalten: Hiltraud Erschbamer, die frühere Landesbäuerin des Südtiroler Bauernbundes und Karl Schroffenegger, der Ex-Schützenhauptmann von Gummer (Karneid). 

 
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