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„Wir brauchen eine solidarische Gesellschaft mit sozialer Sicherung“

6 Aprile 2022

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„Wir brauchen eine solidarische Gesellschaft mit sozialer Sicherung“

Längerfristiges soziales und gesundheitliches Wohlbefinden muss gemeinsam diskutiert, geplant und abgesichert werden. In den letzten Jahren war dies zu sehr von tagespolitischen Aktualitäten überlagert. Deshalb forderte der Dachverband für Soziales und Gesundheit auf seiner Jahresvollversammlung eine Wiederbelebung der Debattenkultur und der Zukunftsplanung.

Soziales braucht eine Idee der Zukunft. Doch die ist etwas abhandengekommen. Zu sehr haben tagesaktuelle Ereignisse in den letzten Jahren die Stoßrichtung bestimmt. Jetzt muss es wieder stärker darum gehen, die Diskussionskultur im Sozialen wiederzubeleben, betonte Präsident Wolfgang Obwexer auf der Vollversammlung des Dachverbandes für Soziales und Gesundheit am Freitag, 1. April im Pastoralzentrum Bozen.

„Als Antwort auf die Krisen und Herausforderungen unserer Zeit müssen wir uns hin zu einer nachhaltig und sozial handelnden Gesellschaft entwickeln“, forderte Obwexer: „Gerade Menschen mit Beeinträchtigungen und chronischen Erkrankungen laufen Gefahr im Sog der allgemeinen Entwicklungen unter die Räder zu kommen. Damit dies nicht passiert, brauchen wir eine solidarische Gesellschaft mit sozialer Sicherung.“

Natürlich gibt es kein exaktes Kochrezept, das Punkt für Punkt vorgibt, wie ein gutes Gemeinwesen gelingen kann. Dafür braucht es vor allem viel Diskussion und Beteiligung. „Die Arbeit im Sozialen ist jeden Tag eine neue Herausforderung. Es gilt Notlagen zu erkennen, zu helfen. Aber auch auf die Stärkung der Eigenkräfte zu setzen. Netzwerke und Gemeinschaftsprojekte sind hierfür unverzichtbar, denn Sozialpolitik lebt von der Kooperation, von der Zusammenarbeit verschiedener Ressorts in der Verwaltung und vieler freien Träger. Dabei ist es wichtig, miteinander auf Augenhöhe zu kommunizieren“, betonte Obwexer. Funktionieren könne dies nur wenn „Zeit, Rahmen und Möglichkeiten vorgesehen werden, die allen die Teilhabe erlaubt und echte Mitsprache ermöglicht.“ Obwexer sprach sich für eine echte Kultur der Mitbestimmung und Partizipation zur Gestaltung des Gemeinwesens aus: „Es ist wichtig, dass das Erfahrungswissen der Betroffenen in die Planung der Entwicklungen mit einfließt. Das ist für eine menschengerechte Politik unverzichtbar. Partizipative Prozesse müssen für die Verwaltung und die Politik selbstverständlich sein. Bei praktischen Fragen und konkreten Projekten funktioniert dies schon ganz gut. Bei der langfristigen Entwicklung muss dies allerdings erst noch aufgebaut werden. Wird dieses Wissen nicht abgeholt, kommt es schnell zu Fehlentwicklungen und die Betroffenen haben das Gefühl, dass an ihrem eigentlichen Unterstützungsbedarf vorbei Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden. Deshalb ist der Slogan „Nichts über uns ohne uns“ ein zentrales Motto des Dachverbandes und seiner Mitgliedsorganisationen.“

„Wir wollen das Gemeinwesen partnerschaftlich planen und gestalten“, betonte auch Dachverband-Geschäftsführer Georg Leimstädtner: „In den Sozial- und Gesundheitsdiensten sind die Adressaten immer noch viel zu wenig in die Planung und Gestaltung eingebunden. Zwar gibt es große und teure Einrichtungen, die für ein durchaus hochwertiges Dienstleistungsangebot sorgen, aber wie dies geplant, gewichtet und umgesetzt wird, wird in der Regel immer noch fernab der bestehenden Betroffenenorganisationen entschieden. Nehmen wir das Beispiel der Bezirksgemeinschaften, die alle essentiellen Sozialdienste führen, oder zur Führung ausschreiben: in den wirklichen Entscheidungsgremien fehlen die Vertretungen der örtlichen Betroffenenorganisation. Hier gibt es Aufholbedarf.“

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