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Voneinander lernen, füreinander da sein, miteinander kämpfen

30 Aprile 2022

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Voneinander lernen, füreinander da sein, miteinander kämpfen

  1. Mai: Gesellschaftliche Schieflagen beunruhigen junge Menschen

Anlässlich des Tages der Arbeit fordert die Südtiroler HochschülerInnenschaft (sh.asus) von der Politik, soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt aller Bemühungen zu stellen. „Die Welt wird immer brutaler, ungerechter und auch noch teurer. So kann es nicht weitergehen“, findet der Vorsitzende der sh.asus, Julian Nikolaus Rensi, deutliche Worte. Raffgierige Großkonzerne erobern Monopolstellungen, zynische Spekulanten lassen Preise explodieren und Menschen verhungern, und der technologische Fortschritt ist der Politik längst entglitten und droht, in kurzer Zeit unvorstellbare Massenarbeitslosigkeit zu bewirken. Der zügellose Kapitalismus habe eigentlich keine Zukunft, so die sh.asus, hält sich aber dennoch, weil die Politik in keinster Weise an konkreten Alternativen arbeite, die sozial und ökologisch vertretbar wären. Mit dramatischen Folgen: „Wenn die jetzt herrschende Politik die Verarmung des Mittelstandes nicht radikal verhindert, stehen wir junge Menschen vor düsteren Aussichten.“ Untätigkeit heute bedeute Horrorszenarien morgen, beim Klima ebenso wie bei sozialer Gleichheit. Die Vizevorsitzende der sh.asus, Ariane Benedikter, ergänzt hierzu: „Demokratie und breit gefächerter Wohlstand hängen eng zusammen. Die wachsende Kluft zwischen arm und reich bedroht deshalb langfristig gesehen auch die Stabilität der demokratischen Ordnung.“

Solidarität neu erfinden und erfahren

Doch die Verantwortung für eine sozial verträgliche Zukunft, für eine positive Entwicklung im wirtschaftlichen und sozialen Bereich trage nicht nur die Politik im engeren Sinne, so die sh.asus. Es sei eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung, sich bewusst zu machen, dass man auch heutzutage, wo die Realität so unglaublich komplex und undurchsichtig scheint, als arbeitende Bevölkerung das eigene Schicksal in der Hand hat: „Voneinander lernen, füreinander da sein, miteinander kämpfen – das ist die große Botschaft der Solidarität, die immer schon den Kern des 1. Mai, ja der Arbeiterbewegung überhaupt bildet“, so Rensi. Warum die Solidarität als Wert für das 21. Jahrhundert so wichtig ist? „Eine solidarische, aufs Gemeinwohl orientierte Grundhaltung brauchen wir nicht nur, um uns gegen den schrittweisen und leisen Abbau von Arbeitnehmerrechten und sozialen Standards zu wehren, sondern auch, um uns gegenseitig Kraft und Mut zu spenden bei den gewaltigen Umbrüchen, die es aufgrund der Klimakatastrophe geben wird“, erklärt SH-Chef Rensi. Es gehe also um Resilienz. Gerade die global vernetzte Jugend baue seit einigen Jahren an neuen, internationalen Formen der Solidarität.

Arbeitskampf und Klimabewegung zusammenführen

Die junge Generation, darunter auch unzählige Studierende, dominieren den Zeitgeist prägende globale Bewegungen, so die sh.asus. Man müsse nur an „Metoo“, „Black lives matter“, „Extinction Rebellion“ oder – natürlich – Fridays for Future denken. Um diese neuen, lauten und konsequenten Formen politischer Aktion entzünden sich oft auch Generationenkonflikte. „Aber eigentlich muss es darum gehen, Proteste und Engagement zusammenzuführen; der Arbeitnehmer, der höhere Löhne fordert, und die Studentin, die gegen Kohlekraft demonstriert, kämpfen gegen das gleiche System an, den fossilen Kapitalismus“, so die Vizevorsitzende Benedikter. Auf Grundlage dieser fundamentalen Erkenntnis müssen Bündnisse zwischen verschiedenen progressiven Bewegungen geschaffen werden, so Benedikter. 

Im Bild: Julian Nikolaus Rensi

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