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„Perspektiven“ – im Juli und August die 45. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

8 Maggio 2021

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„Perspektiven“ – im Juli und August die 45. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik

Vom 13. Juli bis zum 29. August 2021 bringen die 45. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik mit über 50 Veranstaltungen die Stadt wieder zum Klingen. Man begibt sich auf einen Streifzug durch die Musik des 16. Jahrhunderts, besucht musikalische Wunderkammern und Kaffeehäuser, gibt sich dem Bachschen Œuvre hin und genießt viele weitere musikalische Kostbarkeiten.

Drei szenische Opernproduktionen, die Ambraser Schlosskonzerte, Aufführungen geistlicher Musik, Festkonzerte, musikalische Darbietungen an öffentlichen Plätzen und vieles mehr werden im Rahmen der Innsbrucker Festwochen präsentiert. Die gefeierten Countertenöre Jakub Józef Orliński und Valer Sabadus sind jeweils in eigenen Festkonzerten zu erleben und internationale Ensembles wie das Café Zimmermann, Il pomo d’oro, das Ensemble 1700 unter der musikalischen Leitung von Dorothee Oberlinger, Concerto Copenhagen mit Lars Ulrik Mortensen sowie
I Barocchisti unter der Leitung von Diego Fasolis werden darüber hinaus für musikalische Sternstunden sorgen. Den traditionell krönenden Abschluss der Festwochen bildet das Finalkonzert des 12. Cesti-Wettbewerbes.

Das Leitmotiv: „Perspektiven“

Das Leben an sich, die Geschichte der Menschheit, die Entwicklung der Kultur, die Fragen nach dem Notwendigen und Relevanten, Zukunftsvisionen – alles ist eine Frage der Perspektive. So auch der Blick, den die Festwochen zurückwerfen auf die Kunst und Kultur der Renaissance und des Barock, auf die Musik, die sie aus der heutigen Perspektive betrachtet für entdeckenswert erachten, vom Staub befreien und auf die ganz gegenwärtige Bühne zur Begutachtung stellen. Die Innsbrucker Festwochen möchten ihrem Publikum und ihren Künstler*innen die Frage nach ihrer ganz eigenen Perspektive auf die Alte Musik stellen. Nach einer Zeit des allgemeinen Innehaltens und Leerlaufs gilt es auch, den Fokus wieder neu auszurichten und einzutauchen in die Oase Innsbrucker Festwochen. Der Frage nach den Perspektiven auf und für die Alte Musik widmet sich auch die diesjährige Podiumsdiskussion „Alte Musik – gestern, heute, morgen“. Dramaturg Christian Moritz-Bauer erörtert das Thema u. a. mit Dorothee Oberlinger (Blockflötistin, Intendantin und Dirigentin), Lars Ulrik Mortensen (Cembalist und Dirigent) sowie Wolfgang Fuhrmann (Musikwissenschaftler und -publizist).

Neue Blickwinkel

Mit den Opern „L‘Idalma overo Chi la dura la vince“ von Bernardo Pasquini, Johann Matthesons „Boris Goudenow“ und der „Pastorelle en musique“ von Georg Philipp Telemann gelingt es den Innsbrucker Festwochen wieder drei echte Raritäten auf die Bühne zu bringen. Die von Intendant Alessandro De Marchi dirigierte und von Alessandra Premoli inszenierte Oper „L‘Idalma overo Chi la dura la vince“ begeisterte bei ihrer Uraufführung Publikum und Kritiker gleichermaßen. Heute zählt die Oper, die unbändige Leidenschaften der Protagonist*innen, sowie permanente Verwechslungen und Missverständnisse enthält, zum Höhepunkt in Pasquinis Opernschaffen. Das Ensemble ist mit hochkarätigen Sänger*innen besetzt, angeführt von Publikumsliebling Arianna Vendittelli in der Titelrolle.

Eine ganz andere Geschichte wird in Georg Philipp Telemanns „Pastorelle en musique“ erzählt – Happy End garantiert. Die Handlung besticht durch emotionale Turbulenzen, musikalisch in Szene gesetzt durch Telemanns Stilvielfalt: Von deutschen Arien über französische Airs und komödiantische Szenen bis zu großen Chortableaus wird alles geboten. Telemann-Preisträgerin Dorothee Oberlinger leitet in dieser Koproduktion mit den Musikfestspielen Potsdam Sanssouci das Ensemble 1700 und eine herausragende Sänger*innenbesetzung, der mit Marie Lys auch eine Cesti-Gewinnerin angehört.

Beide Produktionen sind in diesem Jahr im Haus der Musik zu erleben. Um die Sichtachsen für das Publikum zu optimieren wird hierfür im Großen Saal eigens eine Zuschauertribüne errichtet. Neue Perspektiven sind damit garantiert.

Als Barockoper:Jung wird die Polit-Komödie „Boris Goudenow“ von Johann Mattheson von Cesti-Finalist*innen und Preisträger*innen des vergangenen Jahres auf die Bühne gebracht. Unter der musikalischen Leitung von Andrea Marchiol und der Regie von Jean Renshaw erwartet die Besucher*innen ein spannendes Drama voller Lug und Trug und Herrschaftsgelüsten, das fast 300 Jahre auf seine Uraufführung warten musste.

Von barocken Liebhabern, dem Ursprung des öffentlichen Konzertlebens und einer ganz besonderen Liedersammlung

Das breitgefächerte Konzertprogramm bietet ausreichend Perspektiven auf das breite Spektrum der Alten Musik. Wer könnte diese Vielfalt besser darstellen als internationale Stars der Barockmusikszene?

Der polnische Shootingstar unter den Countertenören, Jakub Józef Orliński, stellt in seinem Konzert gemeinsam mit dem Ensemble Il pomo d’oro gekonnt die zahlreichen Gesichter der Liebe mit Werken von Cavalli, Bononcini, Conti und Händel dar.

Mit Countertenor Valer Sabadus ist ein weiterer Publikumsliebling wieder in Innsbruck zu erleben. Er präsentiert gemeinsam mit dem Lautenisten Johannes Ötzbrugger „A Musicall Banquet“. Diese Liedersammlung des erst neunzehnjährigen Robert Dowland, Sohn des englischen Hoflautenisten John Dowland, aus dem Jahr 1610 ist eine Art Querschnitt durch den europäischen Sologesang der Zeit.

Auf köstlich-kulinarische Spurensuche und den Ursprung des öffentlichen Konzertlebens im deutschsprachigen Raum begibt sich das Ensemble Café Zimmermann. Telemann und später Bach leiteten über viele Jahre hinweg das Collegium musicum der Leipziger Universität. Dieses spielte traditionell im „Zimmermannischen Caffee-Hauß“ hinter dem Leipziger Marktplatz und somit gilt ein Kaffeehaus als Wiege des gesellschaftlichen Musizierens.

Das dänische Ensemble Concerto Copenhagen widmet sich unter der musikalischen Leitung des Cembalisten Lars Ulrik Mortensen einem anderen berühmten Bach-Werk: Den Brandenburgischen Konzerten. Die Fachwelt feiert diese Interpretation als Meilenstein ihrer Aufführungsgeschichte.

Mit Pasquinis „Caino et Abel“ und Marc-Antoine Charpentiers „Judicium Salomonis“ fügt Intendant Alessandro De Marchi , gemeinsam mit dem Innsbrucker Festwochenorchester, dem Coro Maghini und einem renommierten Solistenensemble rund um Sophie Rennert und Davide Luciano, seiner Erzählung des frühbarocken Oratoriums ein äußerst dramatisches Kapitel hinzu.

Für Emotionen dürfte auch die „Messa de‘ Morti“ in c-Moll von Francesco Durante sorgen. Das renommierte Ensemble I Barocchisti unter der Leitung von Diego Fasolis führt das Requiem in der imposanten Kulisse der Hofkirche auf. Mit diesem ganz besonderen Nachtkonzert neigen sich die Innsbrucker Festwochen dann am 28. August dem Ende zu.

Wunschkonzert: Das Publikum hat die Fäden in der Hand

Gänzlich neue Perspektiven ergeben sich im Zusammenspiel von Publikum und Künstler bei „A prima vista“: Das Publikum trifft die Programmauswahl aus über 300 verschiedenen Werken des 17. und 18. Jahrhunderts. Geigerin Leila Schayegh und Cembalist Martin Zimmermann werden das gewünschte Programm spontan vom Blatt spielen.

Ein Wiedersehen gibt es mit der Cesti-Preisträgerin von 2016, Lea Desandre. Die Mezzosopranistin, die zuletzt Erfolge bei den Salzburger Festspielen und dem Théâtre des Champs-Élysées feierte, widmet sich im Konzert „Amazonen“ den starken Frauen. Gemeinsam mit dem Ensemble Jupiter unter der musikalischen Leitung von Thomas Dunford präsentiert sie Arien von Vivaldi, Pallavicino, Destouche, Schürmann und De Bottis und schlüpft in die Rollen von machtvollen Königinnen, unerschrockenen Kriegerinnen und zärtlichen Frauen.

Zauberhafte Wesen und Wundersames präsentieren auch die Künstler*innen der Ambraser Schlosskonzerte. Neben Concerto Scirocco, die ihr Publikum im Spanischen Saal des Schlosses Ambras in eine Zeit entführen, in der Hexen, Elfen und andere geisterhafte Wesen die Theaterbühnen, Bücher und Phantasien der Menschen bevölkerten, wird das Ensemble Agamemnon die Ambraser „Wunderkammer“ in Musik umdeuten, Tasto Solo das Verhältnis von „Sinn und Sinnlichkeit“ erforschen und Al Ayre Español den Konzertreigen mit Händel und Corelli eröffnen.

Von der Nordkette in die Altstadt

Die Festwochen bieten wie jedes Jahr auch ein vielseitiges Programm bei freiem Eintritt. Die bereits seit vielen Jahren etablierten Lunchkonzerte und das beliebte „Concerto mobile“ werden um zwei Formate erweitert: Für „Musica montana“ begeben sich die Festwochen in luftige Höhen und erlauben so ganz neue Perspektiven. Zum Wochenendbeginn präsentieren Musiker*innen der Innsbrucker Festwochen auf der Seegrube und der Arzler Alm Lieder und Tänze aus vergangenen Zeiten. Andächtige Blickwinkel nach innen lässt wiederum „Aus der Zeit“ zu: Musikalische Auszeiten vom Alltag in verschiedenen Kirchenräumen laden zum kostenfreien Verweilen ein.

Nach Monaten der Stille und der kulturellen Entbehrungen wird Innsbruck wieder zur musikalischen Oase. Voller Spannung und Neugierde blicken die Festwochen gemeinsam mit ihrem Publikum auf lang ersehnte Live-Aufführungen und mitreißende Opern-Produktionen.

Tickets für die 45. Innsbrucker Festwochen der Alten Musik sind ab dem 10. Mai 2021 an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich.

Im Bild: Jakub Józef Orliński/© Jiyang Chen

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