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Glaube jung denken

3 Dicembre 2020

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Glaube jung denken

Neue Podcast-Reihe JUNGGEDACHT: Kooperation zwischen Cusanus-Akademie und Jugenddienst Brixen.

Der neue Podcast JUNGGEDACHT ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Jugenddienst Brixen und Cusanus-Akademie. Die Podcast-Reihe ist vorerst auf drei Teile angelegt und will in der Adventszeit Glaubensthemen aus der Perspektive junger Menschen betrachten. Julian Stuefer ist seit dreieinhalb Jahren beim Jugenddienst Brixen mit der Kinder- und Jugendpastoral betraut und seit heurigem Frühjahr der Geschäftsführer des Jugenddienstes. Er begleitet die Podcast-Serie, die seit vergangenem Wochenende auf der Facebook-Seite und auf der Webseite zu hören ist. Ein Gespräch.

Wie ist „JUNGGEDACHT“ entstanden?

Julian Stuefer: Das Format JUNGGEDACHT entstand in einem Gedankenaustausch zwischen dem Jugenddienst und der Cusanus-Akademie. Weil die beiden Einrichtungen schon im Sommer 2019 gemeinsam an einem Kinderprogramm arbeiten wollten, war bereits eine Kooperation vorhanden. Auf Anfrage der Cusanus-Akademie um Online-Inputs aus Jugendsicht auf Glaubensthemen oder spirituelle Fragen hat sich diese Idee herausgebildet: offene, persönliche Ratscher junger Menschen über wichtige, alte Themen und Fragestellungen.

Soll das Projekt verlängert werden?

Julian Stuefer: Derzeit ist das Gemeinschaftsprojekt dreiteilig für die Advents- und Weihnachtszeit angelegt. Vielleicht kommt dazu ja so gutes Feedback, dass der Jugenddienst regelmäßig zu hören ist und als Podcast verschiedene Rubriken veröffentlicht. Der Wunsch der Verlängerung ist da, aber noch gibt es keinen konkreten Plan.

Wen hast Du zu den Gesprächen eingeladen?

Julian Stuefer: Meine Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner dieser drei Teile sind drei Jugendliche aus unserem Einzugsgebiet und zudem ehrenamtliche Vorstandsmitglieder des Jugenddienstes Brixen. Erste Gesprächspartnerin war Verena Dariz. Sie studiert Sozialpädagogik, arbeitet im Jugenddienst Unteres Eisacktal und ist ehrenamtlich sehr involviert. Sie ratscht mit mir über Weihnachtstraditionen, Kränze, Kalender, Basteleien, aber wir stellen auch die Frage des Schenkens an sich. Am zweiten Adventssamstag unterhalte ich mich mit Thomas Jöchler. Er ist unser Vorstandsvorsitzender, leitet die SKJ Ortsgruppe Vahrn und spürt mit mir Weihnachtsgeschichten nach. Gemeinsam gehen wir den darin enthaltenen Botschaften auf den Grund. Katharina Baldauf, die dritte im Bunde studiert Religionspädagogik, ist in Kinder- und Jugendgruppen in Natz engagiert tätig. Sie spricht mit mir am dritten Adventsamstag über das, was nach dem großen Weihnachtsfest kommt, über die Weihnachtszeit, die ja über die Feiertage hinausgeht und welche Akzente für junge Menschen dabei gesetzt werden könnten.

Wie glauben junge Menschen?

Julian Stuefer: Junge Menschen glauben sicher nicht anders als Erwachsene, wenn wir Glauben als Vertrauen beschreiben. Sie sind auf der Suche nach Antworten, Sinnrichtungen, standhaften Werten und Botschaften, die lebensunterstützend sind. Im Vergleich zu Erwachsenen sind sie manchmal Neuem gegenüber etwas offener. Aber wie lehrt schon Peter Maffay? “Irgendwo tief in mir” sind wir alle einmal jung gewesen.

Was brauchen junge Menschen?

Julian Stuefer: Vermutlich das Einfachste: offene Ohren, die ihnen zuhören; ehrliche Antworten, von denen wir überzeugt sind; die Chance, sich einzubringen und mitzugestalten. Junge Menschen wollen nicht immer alles auf den Kopf stellen. Aber manchmal braucht es eben einen Perspektivenwechsel und der ist kopfüber schon ganz neu.

Welche Chance hat Kirche bei jungen Menschen? Und wie erreicht sie junge Menschen?

Julian Stuefer: Diese beiden Fragen gehören zusammen. Schritt eins sollte es sein, dass die Kirche – als eine Gemeinschaft, die sie ja ist – die jungen Menschen als wesentlichen Teil davon ansieht. Das bedeutet: mitreden lassen, mitbestimmen können, mitgestalten dürfen. Und das heißt sicherlich in erster Konsequenz ein Zurücktreten vom Gewohnten, dann aber ein Ermöglichen von Neuem und oft sehr viel Tiefgang. Die Kirche hat also die Chance, mit den Jungen zu wachsen, wenn sie sie wachsen lässt. Und junge Menschen sind immer dort, wo sie junge Menschen sein dürfen.

Zur Person

Julian Stuefer ist seit März 2017 im Jugenddienst Brixen als Jugendreferent mit dem Schwerpunkt Kinder- und Jugendpastoral tätig. Seit im März 2019 eine zweite Stelle eingerichtet wurde, ist er Geschäftsführer. Nach dem pädagogischen Gymnasium in Bozen “Maria Hueber” hat Julian Stuefer an der PTH Brixen Religionspädagogik studiert und den Masterabschluss dazu heuer im April digital gemacht. Beruflich war er in früheren Sommern bei anderen Jugenddiensten involviert und ist außerdem Feuer und Flamme für seinen Herzensverein, die Katholische Jungschar Südtirols, für die er seit mehr als zehn Jahren ehrenamtlich aktiv ist.

Der Podcast JUNGGEDACHT
Die Podcast-Reihe ist eine Kooperation zwischen Jugenddienst Brixen und Cusanus-Akademie. Sie wird in der Adventszeit jeweils am Samstagabend auf der Facebookseite und Webseite der Cusanus-Akademie jeweils um 18 Uhr online geschaltet und kann dort weiterhin nachgehört werden:
https://www.facebook.com/Cusanus.Akademie

http://www.cusanus.bz.it

Im Bild: Julian Stuefer

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