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VinziMarkt: Lebensmittel landen im Magen und nicht im Mül

7 Marzo 2020

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VinziMarkt: Lebensmittel landen im Magen und nicht im Mül

Der VinziMarkt Bozen beging am 5. März seinen ersten Geburtstag: 34,6 Tonnen Lebensmittel wurden an 140 Familien verteilt, 16,4 Tonnen davon vor der Mülltonne gerettet. / Fast vier Dutzend Freiwillige haben an 100 Öffnungstagen 3.800 Arbeitsstunden erbracht.

Begeisterung und Einsatz waren von Anfang an groß: Genau vor einem Jahr, am 5. März 2019, hat der VinziMarkt in Bozen seine Türen geöffnet. Zwischen 35 und 55 bedürftige Familien kommen pro Öffnungstag ins Geschäft: Anstatt mit Geld kaufen sie mit Punkten ein. Diese werden ihnen im Fürsorgezentrum der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft zugeteilt. Mehr als 86.500 Stück Lebensmittel haben die 140 registrierten Familien im ersten Jahr eingekauft; sie kamen insgesamt 447 Familienangehörigen zugute. Fast die Hälfte der Lebensmittel bestand aus Frischware und wäre ohne den VinziMarkt im Müll gelandet – immerhin mehr als 16,4 Tonnen. 48 Freiwillige betreiben den besonderen Markt in Bozen. Er ist am Dienstag und Donnerstag nachmittags von 14.30 bis 17.30 Uhr geöffnet, mindestens acht Mitarbeiterinnen sind jeweils präsent. Sie räumen die Lebensmittel ein, rechnen die Punkte ab und haben für die Anliegen der Menschen ein offenes Ohr.
Ein halbes Kilogramm Nudeln, ein Liter Milch oder eine Tafel Schokolade kosten im VinziMarkt einen Punkt, für ein Kilogramm Reis braucht es 1,80 Punkte, eine kleine Dose Thunfisch kostet 0,80 Punkte, ein Liter Samenöl 3 Punkte und 1 Liter Olivenöl 5 Punkte. Eine bedürftige Person erhält pro Monat 30 Punkte, für jedes weitere Familienmitglied gibt es monatlich zusätzlich 10 Punkte.
Im ersten Jahr seines Bestehens wurden im VinziMarkt 4.351 Halbkilopackungen Nudeln ausgegeben, 1.597 kg Reis, 1.004 Liter Öl, 1.897 Liter Milch, 1.820 Dosen Thunfisch und 2.780 Tafeln Schokolade. Dazu kamen viele weitere Grundnahrungsmittel und vor allem Gemüse und Obst. Brot bekommen die Einkaufenden umsonst.
Allein an den neun Öffnungstagen im Jänner 2020 kamen insgesamt 305 Kundinnen und Kunden in den VinziMarkt und haben dabei 5.455,60 Punkte ausgegeben. Auf den Listen des Beratungszentrums der Vinzenzgemeinschaft stehen für das Einzugsgebiet des VinziMarktes (Bozen Zentrum, Bozner Boden, Bozen Rentsch) 140 zum Einkauf berechtigte Familien. Wenn sie alle Punkte eines Monats ausgeben würden, stünden ihnen insgesamt 7.345 Punkte zur Verfügung. Im den zwölf Monaten des Bestehens des VinziMarktes haben sie insgesamt 61.314 Punkte benutzt. In den übrigen Stadtteilen von Bozen organisieren andere Vereine Sozialmärkte und Tafeln.
Zwischen 5. März 2019 und 5. März 2020 war der VinziMarkt insgesamt 101 Mal geöffnet. Die Boznerin Sabine Eccel leitet ihn als Freiwillige: „Das Besondere an unserem Sozialmarkt
ist, dass die Menschen ganz normal einkaufen und das auswählen können, was sie brauchen“, sagt sie. Das Sortiment sei breit und die Kundinnen und Kunden könnten an jedem Öffnungstag kommen, sofern sie die Punkte noch nicht zur Gänze ausgegeben haben. Das garantiere Frische und Würde. „Die Menschen kaufen nur das, was sie brauchen“, hat die stellvertretende Leiterin Anna Nussbaumer festgestellt. Das sei auch eine Maßnahme gegen die Lebensmittelverschwendung.
Pro Öffnungstag sind zwischen acht und zwölf Freiwillige im Einsatz. Insgesamt stemmen 48 engagierte Frauen und Männer den Dienst. Sie garantieren volle Regale und holen die Lebensmittel bei Spenderbetrieben ab, leisten Dienst an der Kasse, kümmern sich um den Vorrat im Magazin, verrechnen die Punkte, putzen die Räume, beraten und begleiten die Menschen und schenken ihnen ein offenes Ohr. Sie haben im ersten Jahr insgesamt 3.552 Arbeitsstunden geleistet. Das wären umgerechnet 88 40-Stunden-Wochen. Die Freiwilligen stehen fast durchwegs mitten im Beruf und schenken dem VinziMarkt Zeit, aber auch Schülerinnen und Schüler des Bozner Franziskanergymnasiums gehören dazu. Verschiedene Schulklassen und Firmgruppen haben den Sozialmarkt der Vinzenzgemeinschaft im vergangenen Jahr besucht und daraufhin selbst Lebensmittelspenden in ihren Klassen und Dörfern organisiert.
Der Löwenanteil der Lebensmittel kommt vom regionalen Banco Alimentare. Sabine Eccel freut sich über die gute Zusammenarbeit mit dessen Direktor Antonino Deola, der schon oft zu Gast im VinziMarkt war. Zwei Mal wöchentlich bringen die Bröseljäger (Cacciatori di briciole) außerdem das von Bäckereien und Konditoreien abgegebene Brot und die Süßwaren, in den VinziMarkt. Zu den Betrieben, die Lebensmittel gespendet haben, gehören Rieper, Foppa, Loacker, Pompadour, Naturalia, Mila, Annalena, Fercam, Dr. Schär, Foradori, Stuffer, Capone Food, Naturbäckerei Messner, Metzgerei Zöggeler, Franziskaner Bäckerei, der Obststand Lola am Bozner Obstmarkt, Konditorei Cadario, Restaurant Aida, Feldhof, außerdem die Familien Veit und Springeth. Zudem haben die Stiftung der Fam. Podini, das Weiße Kreuz, Rent Event, Ein Karton voller Freude, Veronika Ladstätter, Marco Podini und eine Reihe von Spenderinnen und Spendern den VinziMarkt unterstützt.

Im Bild: Leiterin des VinziMarktes Sabine und Landesrätin Waltraud Deeg.

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