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ÖSTERREICH/TIROL. „STEINE IN DIE BERGE TRAGEN“, KURT BENNINGS „KUBUS“ TROHNT AUF 1890 METER HÖHE

21 Ottobre 2019

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ÖSTERREICH/TIROL. „STEINE IN DIE BERGE TRAGEN“, KURT BENNINGS „KUBUS“ TROHNT AUF 1890 METER HÖHE

Eine außergewöhnliche Ausstellungseröffnung am Tag der offenen Tür der Tiroler Landesmuseen: Kurt Bennings „Kubus“, der in den Allgäuer Alpen auf 1890 Meter Höhe thront und von Wanderern besucht werden kann, wird im Ferdinandeum in zwei Filmen präsentiert.
Über Jahrzehnte beschäftigte sich der Münchner Künstler Kurt Benning (1945–2017) mit der Idee zu einer Skulptur, welche die Klarheit der Geometrie mit der Magie der Zahlen, die Statik einer Steinskulptur mit der Bewegtheit ihrer Formen in Verbindung bringen sollte. Er suchte nach einem Platz, an dem das schlicht nur „Kubus“ genanntes Werk seine Wirkung entfalten kann, ohne mit Monumentalität auftrumpfen zu müssen. Im Tiroler Außerfern, an der Ostseite der Allgäuer Alpen, fand er ihn – weitab von allen Orten der bildenden Kunst. Die Erhabenheit des Alpenpanoramas und eine auf schlichten geometrischen Formen basierende Skulptur – kann das funktionieren?
Kunst beim Wandern erleben
Wanderer auf dem „Jubiläumsweg“ in den Allgäuer Alpen entlang der deutsch-österreichischen Grenze können dies nun selbst erfahren: Ein scharfkantig zugeschnittener Kubus mit 224 cm Kantenlänge steht gegen das kleinteilige Chaos am Ende eines Geröllfeldes. 28 Tonnen schwere Steinblöcke umschließen wechselweise stehend und liegend eine quadratische Aussparung und umkreisen still dieses Nichts in der Mitte des Kubus.
„Hoch über dem Schwarzwassertal im Tiroler Außerfern fand der Künstler einen idealen Ort für sein Projekt. Vor dem engen Kar, das hinauf zur Bockkarscharte führt, ruht der Kubus wie auf einer organisch gewachsenen Aussichtsplattform. An diesem markanten Ort entfaltet das menschengemachte Gebilde größte Wirkung, ohne dieses seltene Stück unberührter Alpen zu beeinträchtigen,“ zeigen sich PD Dr. Wolfgang Meighörner, Direktor der Tiroler Landesmuseen, und die Vertreter der Kurt-Benning-Stiftung, Peter Pinnau und Dr. Andreas Strobl, beeindruckt.
Kunsttransport per Hubschrauber
Es schien zuerst unmöglich, die gewichtige Skulptur an die vorgesehene Stelle zu setzen. Doch Kurt Benning gab nicht auf: Er konnte die Projektgenehmigung in Tirol einholen, die Blöcke aus Schwarzachtobler Hartsandstein zuschneiden lassen und eine Schweizer Helikopterfirma für den Transport gewinnen. Nur bei der endlich geglückten Verwirklichung im Oktober 2018 war er nicht mehr dabei.
In einer spektakulären Aktion wurden die Steine der Skulptur am 17. Oktober 2018 von einem Lastenhubschrauber unter der Regie der Steinmetze Franz und Christopher Probst aus Füssen im Allgäu an ihren Bestimmungsort gesetzt. Es entstanden dazu zwei Filme: Herbst & Herbst Media aus Wiesbaden dokumentierten die Dramatik der Aktion, die Künstlerin Cordula Schieri aus München schuf eine Hommage an Kurt Benning und seine Idee einer Steinskulptur in den Bergen.
Beide Filme werden von Direktor Wolfgang Meighörner beim Tag der offenen Tür der Tiroler Landesmuseen am 26. Oktober 2019 um 15 Uhr in der Aula des Ferdinandeums, bei freiem Eintritt, präsentiert. „Wir eröffnen sozusagen die Ausstellung nicht am Berg, sondern im Tal und hoffen, dass viele Wanderer den Blick auf den Kubus genießen werden“, so Meighörner.

Foto/© Paul Bräg, 2019.

 

 

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