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„Macht und Widerstand“, Gastspiel in Bozen und Meran

18 Dicembre 2018

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„Macht und Widerstand“, Gastspiel in Bozen und Meran

Es geht um die Geschichte von Konstantin (Samuel Finzi), der in den 1950er Jahren ein Stalin-Denkmal gesprengt hat. Die bulgarische Staatssicherheit, personifiziert durch den vom Partisan zum Funktionär gewordenen Kommunisten Metodi Popow (Markus John), foltert Konstantin, hängt ihm eine Verschwörung an und sperrt ihn für viele Jahre ins Lager und in die Psychiatrie.

Zwanzig Jahre lang recherchierte Ilija Trojanow, der selbst als Kind mit seinen Eltern aus Bulgarien floh, für seinen Roman. Dem Schauspiel Hannover gelingt es in der reduzierten, auf vier Schauspieler beschränkten Inszenierung, Trojanows Roman als eine Parabel auf die Unvergänglichkeit der eigenen Erinnerungen zu erzählen.

Bulgarien. Zwei Biografien: Die des Anarchisten Konstantin, – zehn Jahre saß er für die Sprengung eines Stalindenkmals in Haft: Lager, Zwangsarbeit, Psychiatrie, Kälte- und Hungerfolter, Schläge. Und die seines Folterers Medodi, dem „Michelangelo des Verhörs“, Produkt und Profiteur eines Regimes, das auf das Ressentiment der Zukurzgekommenen setzte und der Brutalität freien Lauf ließ. Doch das ist Jahre her. 1989 wechselt die Regierung, es bricht eine neue Zeit an – zumindest äußerliche. Die Protagonisten der Macht bleiben dieselben. Sie haben sich ohne größeren Reibungsverlust neu eingerichtet. Erinnerungen sind trügerisch – und unerwünscht. Konstantin versucht, in den Akten der Staatssicherheit Zeugnisse für das Erlebte zu finden. Er sucht die Wahrheit, zornig und kompromisslos. Seine Unerbittlichkeit wird ihm selbst von Leidensgefährten zum Vorwurf gemacht. Warum zurückschauen? Tatsächlich stößt Konstantin nur auf wenig aussagekräftige Dokumente. Die Sicherheitsbehörden haben gründliche Arbeit geleistet, ihre Arme reichen bis in die Gegenwart. Und so bleiben Opfer und Folterer, Konstantin und Metodi, aufeinander angewiesen durch die Zeugenschaft, die allein sie sich gegenseitig ablegen können. Die Gastspiele des Staatsschauspiels Hannover finden am 9. Jänner im Bozner Waltherhaus und am 10. Jänner im Stadttheater Meran statt. Beginn: jeweils um 20 Uhr. Kostenlose Einführung um 19.15 Uhr. Die Einführung in Meran findet in der Volksbank-Filiale statt. Karten im Südtiroler Kulturinstitut und bei Athesia Ticket. Infos unter 0471 313800, im Internet: www.kulturinstitut.org

Foto/c-Katrin Ribbe.  

 

 

 

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