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Südtirol. Vier Städtetheater präsentieren ein vielfältiges Programm

29 Settembre 2018

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Südtirol. Vier Städtetheater präsentieren ein vielfältiges Programm

Die vier Südtiroler Städtetheater – Carambolage in Bozen, Stadttheater Bruneck, Dekadenz in Brixen und Theater in der Altstadt Meran – stellen gemeinsam ihre Saison 2018/19 vor.

Dekadenz Brixen
Anna Heiss macht in ihrer ersten Spielzeit das Leben auf dem Land zum Thema und vereint künstlerische Positionen aus Südtirol und Österreich. Im Zentrum steht die Eigenproduktion: Thomas Arzts „Grillenparz“ (P: 24.10.) ist ein grotesker Reigen, den Regisseur Torsten Schilling als „Sommernachtsalptraum“ bezeichnet hat. Eine ländliche Firma gibt ein Fest, das den ausländischen Investoren ihre brachial-archaisches Fantasien „unbefleckter Natur“ erfüllen soll. Die in Bergflüssen ersäuften Geheimnisse kommen zum Vorschein, die Leichen steigen aus ihren Gräbern. Volkstümlich vertont wird das Ganze von Markus „Doggi“ Dorfmann und puppenhaft ausgestattet von Katia Bottegal. Es spielen Alexa Brunner, Günther Götsch, Max G. Fischnaller, Margot Mayrhofer, Matthias Messner und Marlies Untersteiner.
Im Gastspielprogramm sind Barbara Gassner (22.09.), die sich über seine Tagebucheinträge ihrem unbekannten Großvater und ihrer Pinzgauer Heimat nähert, Markus Koschuh, der in „Hochsaison“ (28., 29.09.) tourismusbedingte Untergangsszenarien durchspielt, VonPiderZuHeiss (05., 06.10.), die sich mit der lokalen Jagdtradition auseinandersetzen. Südtiroler AutorInnen präsentieren die Publikation „Lyrischer Wille“ (07.10.) fünfsprachig, Phenomena zeigen ihren „kabarettistischen Heimatabend mit den fidelen Alpenpfeilchen: Fein sein, gemein sein“ (13., 14.10.). Die Innsbrucker Gruppen „Theater Praesent“ und „Ton/noT“ zeigen Dennis Kellys Erfolgsstück „Waisen“ (17.11.). Paul Plut (23.11.) besingt mit rauher Stimme steirische Bergmassive, das vorarlberger „Projekt)theater“ um Maria Hofstätter präsentieren in „gehen gang gegungen“ (30.11.) musikalisch Texte übers Gehen. Yarina Gurtner bringt Claudia Schreibers „Emmas Glück“(07.12.) auf die Bühne, das Wiener Spielbar Ensemble zeigt „Emigranten“ (15.12.) von Slawomir Mrozek mit verkehrten Geschlechterrollen. Die Saison endet mit Cababoz Weihnachtsshow (21., 22.12.).
Das Jazzprogramm unter dem Slogan „Vario Pinti“ vereint sechs sehr unterschiedliche Positionen. NEN (27.09.) eröffnen mit einer rituell anmutenden Show rund um den elektroakustischen Klangkörper Xala II. Unter dem Motto „Ausseg’haut“ (11.10.) treffen die vier Cellistinnen „Extracello“ auf Jazzurgestein Karl Ratzer und Allrounder Peter Herbert. Große Intimität und Zärtlichkeit bringen „Exit Universe“ (25.10.) auf die Bühne. David Helbock’s „Random/Control“ (15.11.) bedienen fast 30 Instrumente und interpretieren bekannte Stücke neu. Unser Local Hubert Dorigatti trifft auf Emmy-Nominée Fabrizio Poggi (29.11.). Gemeinsam spüren sie dem „downhome blues“ nach. Die Saison endet mit den wieder-auferstandenen „Jazz Fantasy“ (13.12.), die ihr erstes Konzert nach 10 Jahren geben.

Stadttheater Bruneck
Klaus Gasperis Programm im Stadttheater Bruneck brilliert durch zwei Uraufführungen, drei moderne Klassiker, zwei Kinder- und Jugendstücke und spannende Gäste. Das Programm zeigt sich zeitgeistig und zeitkritisch in der Themenwahl: kleinstädtische treffen auf weltpolitischen Dynamiken, private Ungeheuer werden auf systemische losgelassen.
Die Saison beginnt mit der Uraufführung „Paganini Teufelsgeiger“ (07.10.). Das Musiktheater von Michael Korth setzt sich mit dem abenteuerlichen Leben von Paganini auseinander. Klaus Rohrmoser führt Regie und spielt selber, begleitet wird er von Teufelsgeigerin Daniela Fischer. Die zweite Uraufführung mit dem verheißungsvollen Titel „Sex and the Country“ (18.11.) von Michael Korth ist ein kleinstädtisches Comedy Musical, gespielt von Günther Götsch, Christine Lasta, Ingrid Lechner, Julia Zangger und Cecilia Boagyam und inszeniert von Hanspeter Horner. In der Weihnachtszeit freuen wir uns auf eine Theateradaption von Kinderbuchklassiker „Pettersson und Findus“ (13.12.), gespielt von Ingrid Lechner und Alexander Messner und SchülerInnen des Pädagogischen Gymnasium Bruneck. Regie führt Ulrike Lasta. Zwei Duodramen von Felix Mitterer sind in der Spielzeit 18/19 zu sehen: Peter Mitterrutzner und Sarah Kattih spielen „Mein Ungeheuer“ (21.02., R: Peter Miterrutzner) und „Fremdenzimmer“ (08.03., R: Hanspeter Horner). Die anrührende Geschichte vom „Mädchen mit dem Buch“ – Malala (27.02.) – inszeniert Claus Tröger mit Petra Rohregger und schließt damit an die erfolgreiche Inszenierung von Anne Franks Tagebuch an, die Rohregger im ganzen deutschen Sprachraum aufgeführt hat. Die Saison endet mit David Mamets „Oleanna“ (07.04.), einem weiteren Duodrama über die Macht und Gewaltverhältnisse in Sex und Sprache, das Claus Tröger mit Petra Rohregger und Günther Götsch inszeniert.
Drei spannende Gäste bringt das Erfolgsformat „Talk im Stadttheater“ nach Bruneck: Kabarettist Ottfried Fischer (19.08.), Autor Felix Mitterer (23.02.) und Journalistin und Mafia-Expertin Petra Reski (27.03.). Als musikalische Gäste sind Verena Plangger und Jutta Gerling-Haist mit ihrem Chanson-Abend „Irgendwo auf der Welt“ (26.10.) und Hubert Dorigatti und Fabrizio Poggi mit „Downhome Blues“ (20.12.) zu erleben.
Im Gastpielprogramm sind außerdem die Kinderstücke „Rapunzel frisch frisiert“ (29.03.) von Theater Asou und „Glatt verkehrt“ (08.05.) von Clownduo Mimi & Herbert.

Carambolage Bozen
Die Bozner Carambolage eröffnet die Saison am 4. Oktober mit der Theater-Eigenproduktion „FERNER“. Das Stück stammt aus der Feder des Nordtiroler Autors Martin Plattner und spielt 6.000 Jahre nach uns. Eine Eiszeit hat unsere Zivilisation schockgefroren. Eine alte Frau, ein Zivildiener und eine Altenpflegerin finden sich wie in einem Traum auf der schmelzenden Eisschicht über dem Mittelmeer. Sie folgen den Stimmen der Ertrunkenen, die sich Gehör verschaffen wollen. Es spielen Brigitte Knapp, Liz Marmsoler und Peter Schorn unter der Regie von Eva Kuen.
Vom 7.-9. November heißt es „Vorhang auf“ für den 17. Europäischen Kleinkunstwettbewerb „Niederstätter surPrize“. Am dreitägigen Festival beteiligen sich 9 Künstler bzw. –gruppen, die aus insgesamt 22 Personen bestehen und aus 8 verschiedenen Ländern stammen.
Im Jänner gibt es die zweisprachige Theater-Eigenproduktion „La prima pietra (wer ohne Sünde ist…)“. Die Komödie stammt aus der Feder des Kanadiers Olivier Lepage und wird in der Carambolage in einer eigens übersetzten deutsch-italienischen Fassung zu sehen sein. Eine Komödie über unsere multikulturelle Gesellschaft mit Christine Lasta, Flora Sarrubbo, Günther Götsch und Thomas Hochkofler in einer Inszenierung von Christian Mair.
Freunde des Kabaretts können sich in der kommenden Saison auf folgende Carambolage-Gäste freuen: Muttis Kinder, die als Stimmbandakrobaten gelten und den Niederstätter surPrize 2013 gewonnen haben; die Österreicherin Lisa Eckhart, neuer Fixstern in der Poetry-Slam und Kabarett-Szene, die in einem Duo-Programm mit dem verbalen Brandstifter Sven Kemmler auftritt; den italienischen Seifenblasen-Artisten Michele Cafaggi, der mit seiner visuellen Traumreise Groß und Klein begeistert; den mehrfach preisgekrönten Musikkabarettisten Christof Spörk; Martin Frank, Shooting Star der jungen bayrischen Kabarett-Szene; René Sydow, ein Polit-Satiriker, der 11 Kabarettpreise gewonnen hat; Markus Linder und Uli Brèe, den Autor der „Vorstadtweiber“, in einer musikalischen Lesung; die Sieger des letztjährigen “Niederstätter surPrize” Wakouwa Teatro aus der Schweiz; einen der bekanntesten visuellen Comedians, Peter Shub aus Amerika; und das Enfant terrible der Musikkabarett-Szene Kay Ray.
Es gibt beste Unterhaltung mit dem Improtheater Carambolage sowie musikalische Highlights mit dem Jaimie Branch Quartet (USA), Madax aus Gröden, Lucia Kastlunger aus dem Gadertal, Martina Iori aus dem Fassatal, Anna Lauvergnac & Claus Raible (I/D), Francesco Diodati Blackline (I), Marco Delladio (BZ), Jamie Saft (USA), Andrea Maffei (BZ), Ralph Towner (USA), Fainschmitz (A/D/BZ), Erik Friedlander’s Throw a Glass (USA), JEMM Music Project (BZ) u.v.a. Im Frühjahr ist ein Singer-Songwriter-Festival geplant mit Mia Loto (BZ), Simon & Jan (D) und Wiener Blond (A).
Abgeschlossen wird die Saison im Mai mit einer Kabarett-Eigenproduktion von Dietmar Gamper.

Theater in der Altstadt Meran
Rudi Ladurners Theater in der Altstadt bringt in der kommenden Saison drei Klassiker der österreichischen Gegenwartsdramatik auf die Bühne. Die Koproduktionen mit Phenomena, Theater in der Klemme, Tanzschmiede und VBB beweisen Freude am Spiel mit unterschiedlichen Theaterformen.
Die Saison beginnt mit Jelineks „Prinzessinnendramen (Der Tod und das Mädchen I-III)“ (P: 09.10.). Bekannte Prinzessinnen der Literaturgeschichte melden sich in der Phenomena-Produktion zu Wort und besprechen kunstvoll ihr kulturelles Standing. Es spielen Magdalena Schwellensattl, Johanna Porcheddu, Sabine Ladurner, Regie führt Torsten Schilling. „Strive“ (P: 08.11.) ist „Ein Stück Tanz“ der Tanzschmiede mit Camilla Bundel, Riccardo Meneghini, Christian Guerematchi. Unter der Supervision von Martina Marini und der Leitung von Anastasia Kostner wird das Stück über das menschliche Streben im November aufgeführt. TidA und VBB ko-produzieren „Sonny Boys“ (P: 13.11.), eine Komödie über die Abgründe des Showgeschäfts, mit Thomas Hochkofler, Lukas Lobis und Karin Verdorfer. Regie führt Alexander Kratzer.
„Wie hoch ist oben“ (P: 08.12.) ist ein Kinderstück ab fünf Jahren von Brendan Murray. Sabine Ladurner, Karin Verdorfer, Valentina Mölk, Oswald Waldner und Johanna Porcheddu spielen diese Geschichte im Jahreslauf über den Kreis des Lebens. Im Jänner erwartet uns „Ein Kafkaprojekt“ von Torsten Schilling. Im März zeigen Phenomena Franz Xaver Krötz stilles Stück „Wunschkonzert“ von 1973. Patrizia Pfeifer spielt das Solo, Joachim Goller führt Regie. Ein zweites Mal wird im April die Bühne mit „Der Theatermacher“ von Thomas Bernhard zum Thema. Hier versucht sich ein ehemaliger Staatsschauspieler im Wirtshaus als Regisseur.

Im Bild: Anna Heiss, Rudi Ladurner, Doris Brunner, Klaus Gasperi und Maria Dietl.  

 

 

 

 

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