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„Die Orestie“ – Gerechtigkeit oder Rache? im Bozner Waltherhaus

29 Settembre 2018

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„Die Orestie“ – Gerechtigkeit oder Rache? im Bozner Waltherhaus

Am 4. und 5. Oktober wird das Staatstheater Kassel die neue Spielzeit des Südtiroler Kulturinstituts mit „Die Orestie“ von Aischylos eröffnen. Regisseurin Johanna Wehner, die in ihrer Inszenierung die Zeitlosigkeit des Stoffes fokussiert, erhielt für ihre Arbeit den Theaterpreis „Der Faust“ 2017 für die beste Schauspielregie.

Der Krieg um Troja ist zu Ende. Agamemnon, König von Mykene, kehrt nach zehn Jahren siegreich zurück. Doch seine Gattin Klytaimnestra bereitet nicht ein Fest vor, sondern ihre Rache. Agamemnon hatte nämlich auf Geheiß der Götter für seinen militärischen Erfolg ihre gemeinsame Tochter Iphigenie geopfert. Klytaimnestra, die sich im Einklang mit göttlichem Recht fühlt, erschlägt ihren Gatten mit der Axt – gemeinsam mit ihrem Geliebten Aigisthos. Orest, Agamemnons Sohn, kehrt aus der Fremde nach Hause und beschließt, seinerseits Rache zu üben. Er tötet Aigisthos und seine herbeieilende Mutter Klytaimnestra – und wird darauf von den Erinnyen, den Rachegöttinnen, heimgesucht. Die Göttin Athene, Schutzgöttin der Stadt Athen zu Aischylos’ Zeit, schlägt am Ende dieses Götter- und Menschenzwists ein gerichtsförmiges Verfahren vor, bei dem über Orests Strafe entschieden werden soll. Am Ende fragt Athene, ob die Menschen Gerechtigkeit oder Rache suchen. Ob sie bereit sind, ihr Handeln nach vernunftbasierten Maßstäben prüfen zu lassen, oder sich darauf berufen, es ginge um einen alten Fluch, der Morden und Metzeln vorherbestimme, gegen den man also nichts machen könne So mündet diese antike Geschichte einer Familie, die zur Rache verflucht scheint, mitten in der modernen Demokratie: Es sind nicht die Götter, die entscheiden, sondern Menschen, die abstimmen. Im Zweifel für den Angeklagten.
Die Aufführungen finden am 3. und 4. Oktober im Bozner Waltherhaus statt und beginnen jeweils um 20 Uhr. Kostenlose Einführungen um 19.15 Uhr. Karten sind im Südtiroler Kulturinstitut (0471 313800, info@kulturinstitut.org), bei Athesia Ticket und online unter ticketone.it erhältlich.

Im Bild: Konstantin Marsch, Marius Bistritzky, Uwe Steinbruch, Eva-Maria Keller, Christian Ehrich und Christina Weiser/c-Norbert Klinger.  

 

 

 

 

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