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Viele Wege führen zum freiwilligen Engagement

4 Dicembre 2017

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Viele Wege führen zum freiwilligen Engagement

Wie kommt jemand eigentlich dazu sich freiwillig und unentgeltlich für andere zu engagieren? In der Praxis zeigt sich: viele verschiedene Wege führen zum Ehrenamt. Immer wichtiger werden dabei kurzzeitige und flexible Angebote und Praktikumsplätze für junge Leute.

Zu helfen, oder anderen zur Seite zu stehen ist nicht unbedingt selbstverständlich. Es ist aber ganz einfach. Zu tun gibt es jedenfalls genug. So gibt es auch im Dachverband für Soziales und Gesundheit und seinen über 50 Mitgliedsorganisationen unzählige Menschen, die jeden Tag freiwillig und ehrenamtlich anderen helfen.

Freiwilligenarbeit ist lange Zeit einfach passiert. Doch die Freiwilligenarbeit verändert sich. Langfristige Einsätze nehmen ab. Hinzu kommt, dass sich viele Menschen nicht mehr in erster Linie mit einer Organisation identifizieren, sondern vielmehr mit einem Thema. Viele suchen oft kurzfristige, temporär begrenzte oder zeitlich flexible Einsatzmöglichkeiten. Besonders wichtig sind solche Angebote für Jugendliche und Schüler, etwa in den Sommermonaten, oder in Form von Praktikumsplätzen, etwa auch durch Projekte der Alternanz Schule-Arbeit, wo Oberschüler/innen einige Wochen in sozialen Organisationen mithelfen. Sie können diese kennenlernen und sich selber ausprobieren. Die jungen Leute bringen frischen Wind und neue Ideen in die Organisationen und das tut ihnen gut. Für die Jugendlichen sind diese Einsätze eine wertvolle Möglichkeit sich beruflich und auf ihrem Lebensweg zu orientieren. Oft kommen sie später einmal als Freiwillige wieder zurück, etwa um bei einem Event mitzuhelfen.

Der 17-jährige Diego aus Bozen etwa, hat gerade ein zweiwöchiges Praktikum in der Geschäftsstelle des Dachverbandes in Bozen absolviert: „Ich habe meine Praktikumsstelle über die Cesare-Battisti-Schule erhalten. Es war mein zweiter Einsatz in der Arbeitswelt und ich konnte die in der Schule vermittelte Theorie nun auch praktisch anwenden. Zwar arbeiten wir auch in der Schule sehr praktisch, etwa durch Simulation eines Unternehmens in einem Schulprojekt, aber ein echter Arbeitseinsatz ist doch nochmal etwas ganz anderes. Die zwei Wochen Praktikum haben mich persönlich gestärkt und ich nehme viel Zuversicht mit. Ich habe viel dazugelernt wie es in einem gemeinnützigen Betrieb läuft.“

Eine weitere, immer häufiger genutzte Möglichkeit ist die des Freiwilligen Zivildienstes. Lea Ghirardello, 22 Jahre, aus Meran, hat ihren Zivildienst im Herbst ebenfalls beim Dachverband angefangen: „Nach Abschluss der Maturaprüfung war mir klar, dass ich für das kommende Jahr im Zivildienst tätig sein wollte, um meine sozialen Kompetenzen sinnvoll einsetzen zu können. Im Sommer stieß ich auf ein Zeitungsinserat und entschloss kurzerhand mich zu bewerben. Wenig später erhielt ich die Möglichkeit, in der Dienstelle für Sachwalterschaft, den Zivildienst zu verrichten. Das faszinierende ist für mich der direkte Kontakt zu den Hilfe suchenden Menschen und die Gewissheit, dass man diese unterstützen kann. Es ist zudem auch sehr interessant, gemeinsam mit anderen Mitarbeiterinnen im Verwaltungsbereich im Team zusammenzuarbeiten. Mit Interesse und Bereitschaft versuche ich jeden Tag an der Aufgabe zu wachsen und mich mit dem Thema und der Arbeitswelt vertraut zu machen.“

Neben jungen Menschen engagieren sich natürlich auch viele ältere, meist bereits pensionierte Menschen. Ein Großteil der Organisationen baut auf den Einsatz und die Hilfe von Senior/innen, die oft schon 10 Jahre und mehr dort unermüdlich mithelfen. Sie wiederum haben einen anderen Zugang zur Freiwilligenarbeit. Dort geht es weniger um berufliche und Lebens-Orientierung als um Solidarität, um sinnvolle Beschäftigung.

Peter Ganterer, 68, aus Tisens hat sich nach seiner Pensionierung entschlossen, seine langjährige Erfahrungen als freiwilliger Helfer, aber auch als ehrenamtlicher Funktionär in den Führungsgremien verschiedener sozialer Organisationen einzubringen: „Es ist mir sehr wichtig für Menschen da zu sein, denen es in unserer Gesellschaft nicht so gut geht und die auf Hilfe angewiesen sind. Und so habe ich mich auch für die Wahl in den Ausschuss des Dachverbands zur Verfügung gestellt. Dort war es sehr oft möglich und für mich wichtig, mit anderen Vereinsverantwortlichen für das Soziale, mit Verbesserungsideen meinen Beitrag für das Volontariat auf Landesebene zu leisten. Als Mitglied im Verein der Freiwilligen im Familien- und Seniorendienst wiederum habe ich sehr viele Essen auf Räder den Senioren in unserer Gemeinde zugestellt und dort die Erfahrung gemacht, dass viele ältere und hilfsbedürftige Mitmenschen oft nicht nur auf das Essen warten sondern sehr oft auf das persönliche Gespräch und auch auf Informationen aus ihrem engeren und weiteren Umfeld interessiert sind. Die Dankbarkeit dieser Mitmenschen zu erleben gibt mir Mut und den Willen mich weiterhin im Sozialbereich einzubringen. All diese erlebten Erfahrungen in diesem Bereich und dann ein wenig Hilfe leisten zu können wo sie notwendig ist, haben mich immer überzeugt im Volontariat mitzumachen und weiterhin für die Schwächeren in unserer Gesellschaft, nach Möglichkeit, einzutreten.“

Die Möglichkeiten Gemeinwesensarbeit kennen zu lernen und aktiv zu werden sind unglaublich vielfältig. Dem Dachverband ist es ein Anliegen dass Freiwillige in den Organisationen gut aufgenommen und begleitet werden. Die Dienststelle für Freiwilligenarbeit bietet hier Unterstützung, Weiterbildung, Beratung und Information.

Info: Tel. 0471 324667, www.dsg.bz.it

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