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Terlan. Kultstein – Konzert in der Steinmetzwerkstatt

6 Novembre 2017

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Terlan. Kultstein – Konzert in der Steinmetzwerkstatt

südtirol.stein GmbH aus Terlan feierte gestern sein 15-jähriges Jubiläum mit einem Konzert des Vokalensembles AllaBreve

20 Stimmen des Südtiroler Vokalensembles AllaBreve haben Samstagabend mehr als 300 Gäste von südtirol.stein begeistert. In der Werkstatt des Steinmetzbetriebes in Terlan gaben die professionellen Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Davide Lorenzato Werke von Hensel, Mendelssohn, Brahms, Wolf, Reger, Cornelius und Mahler zum Besten. südtirol.stein feierte damit sein 15-jähriges Bestehen. Der Betrieb arbeitet seit nunmehr sieben Jahren ausschließlich mit Natursteinen aus Südtirol. Gemeinsam mit einem neunköpfigen Team betreiben Hans Karl Trojer und Peter Watschinger Steinbrüche in Mölten und im Passeiertal, bauen Natursteinfindlinge ab, setzen auf kurze Transportwege, auf Transparenz und lokale Wertschöpfung. Allein im Jahr 2016 waren die Mitarbeiter des Steinmetzbetriebes mit 1.000 Kunden in Kontakt. Die heimischen Natursteine (Porphyr, Marmor, Gneis, Sandstein, Dolomit, Quarzit, Serpentinit und Basalt) werden vor allem in Südtirol, Österreich und Deutschland verkauft. Als Dank für das 15-jährige Bestehen stellt der Betrieb alle eingegangenen Spenden in der Höhe von 2400 Euro dem Haus der Solidarität und der Organisation für Eine solidarische Welt in Brixen zur Verfügung.

Von 2002 bis 2009 war südtirol.stein aus Terlan ein typischer Steinmetzbetrieb. Firmengründer Hans Karl Trojer und seine Mitarbeiter hatten zwar eine Affinität zu lokalen Natursteinen, arbeiteten aber auch mit Materialien aus Afrika, Indien, China, Argentinien oder Schweden. Die Entscheidung, ausschließlich Südtiroler Natursteine anzubieten, fiel mit der Altarraumgestaltung der Pfarrkirche von Sterzing. Der Anstoß kam vom Gadertaler Künstler Lois Anvidalfarei, der vor acht Jahren großkristallinen heimischen Marmor für den Altar, Priestersitz und Ambo der Kirche „Unsere Liebe Frau im Moos“ suchte. Dieser Marmor war bereits im ausgehenden 15. Jahrhundert im Boden und Taufbecken der Kirche von Sterzing verwendet worden. Die Mitarbeiter von südtirol.stein wurden bei Moos in Passeier fündig.

Dabei fielen ihnen auch große Felsbrocken mit silbernen Adern auf. Es handelte sich um Passeirer Gneis Granat, welchen südtirol.stein seither in Langwies im Passeiertal abbaut. Im zweiten Steinbruch von südtirol.stein in Mölten hingegen handelt es sich um Möltner Sandstein. Das Gestein wird vor Ort in Blöcken aus der Wand geschnitten und gebohrt, mit einer mobilen Seilsäge in transportierbare Blöcke zerteilt und für die Weiterverarbeitung nach Terlan gebracht. Zum Einsatz kommen dabei auch Diamantseilsäge, Bohrgeräte, Bagger und Stromaggregate. Große Blöcke werden in Verona in Platten geschnitten und mit Oberfläche versehen. Dort befinden sich die größten Steinindustrien der Welt. In ihre endgültige Form bringen die Mitarbeiter die Platten im Werksgebäude in Terlan. In der Werkstatt kommen hauptsächlich Steinfräße, Schleifmaschinen, Eisen und Diamantseilsäge zum Einsatz.

südtirol.stein bietet verschiedene Porphyr-Arten, Granit, Marmor, Gneis, Sandstein, Quarzit, Serpentin, Tonalit, Dolomit und Basalt an. Betriebsinhaber Hans Karl Trojer schätzt die Vielfalt der Natursteine unseres Landes. Die ausschließliche Bearbeitung von lokalem Gestein habe seinen besonderen Reiz und sei sehr spannend, sagt Trojer. Differenzierungsmerkmal des Betriebes seien die Vielzahl der abgebauten und verarbeiteten lokalen Gesteinsarten und die kurzen Transportwege. Der Kunde wisse, woher das Material kommt und wie es abgebaut wurde. Der Energieaufwand werde klein gehalten und die lokale Wertschöpfungskette gestärkt.

südtirol.stein ist ständig auf der Suche nach neuen Materialien: Manches tritt bei Aushüben für Bauvorhaben zu Tage – zum Beispiel Seiser Basalt Kristall, Lounge und Grödner Porphyr Layon. Traminer Dolomit hingegen ist bei Felsstürzen ans Tageslicht gekommen. Weiteres Gestein kauft südtirol.stein von anderen Südtiroler Steinbruchbetreibern. Rund 15 aktive Steinbrüche gibt es in unserem Land.

Südtiroler Natursteine werden im Innenbereich in Bädern, Küchen, bei Möbeln, Böden, als Waschbecken, Wandverkleidungen, Heizkörpern, Öfen und Treppen verwendet, im Außenbereich bei Fassaden, Treppen, Terrassen oder Brunnen. Hauptabnehmer von südtirol.stein sind Privatpersonen, Steinmetze, Weiterverarbeiter und Hoteliers. Die Kunden kommen hauptsächlich aus Südtirol, Österreich und Deutschland.

Kein Stein ist wie der andere. Jeder Naturstein, welcher über Millionen von Jahren entstanden ist, habe seinen eigenen Charakter und sei ein besonderes Unikat, sagt Peter Watschinger, Teilhaber und Vertriebsleiter. Die Mitarbeiter von südtirol.stein schätzen die Zusammenarbeit mit Architekten und Künstlern. Es gehe immer darum, den richtigen Naturstein zu finden und ihn richtig zu bearbeiten, sagt Watschinger. Er freut sich über das zunehmende Interesse an Südtiroler Natursteinen seitens der Architekten und der öffentlichen Hand.

Um die Schönheit von Südtiroler Natursteinen in den Mittelpunkt zu rücken, haben Südtiroler Steinmetzbetriebe vor Jahren den „Verein der Südtiroler Steinbrüche“ gegründet. Er ermöglicht das gegenseitige Kennenlernen und gemeinsame Auftreten.

Bereits im aufeinanderfolgenden fünften Jahr hat südtirol.stein heuer in seinen Werkräumen in Terlan für Kunden und Partner eine kulturelle Veranstaltung organisiert. Anlässlich des 15-Jahr-Jubiläums hat das südtirol.stein-Team das 20-köpfige Vokalensemble „AllaBreve“ eingeladen. Dieses feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. Die Stimmenreinheit der diplomierten Sängerinnen und Sänger rund um Chorleiter Davide Lorenzato passe gut zu der Schönheit der Südtiroler Natursteine, sagt Hans Karl Trojer. 200 Besucherinnen und Besucher – Kunden, Architekten und Freunde – feierten mit den Mitarbeitern von südtirol.stein und dem Vokalensemble AllaBreve die beiden Jubiläen bis spät in die Nacht hinein.

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