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Einzigartige Besuchermöbel im Innsbrucker Ferdinandeum.

27 Aprile 2017

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Einzigartige Besuchermöbel im Innsbrucker Ferdinandeum.

Gemeinsam mit der Innsbrucker Designerin Nina Mair setzen die Tiroler Landesmuseen im Ferdinandeum ein neues Sitzmöbelkonzept um.  

2016 wurde von den Tiroler Landesmuseen ein geladener Wettbewerb zur Gestaltung eines einheitlichen Möbelkonzepts für das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum ausgeschrieben. Als Gewinnerin ging daraus die Innsbrucker Designerin Nina Mair hervor. Das Museum wurde von Mair mit einem Ensemble aus 23 flexibel einsetzbaren Sitzgelegenheiten ausgestattet. Die unterschiedlich großen und teilweise gepolsterten Möbel bieten Platz für ein bis zehn Personen.

„Die Idee, einen geladenen Wettbewerb für neue Sitzgelegenheiten im Museum zu organisieren, war von der Überzeugung getragen, dass junges Design einen Platz im Museum finden soll. Als Gebrauchsgegenstände sollten sie jedoch nicht als bloße Exponate, sondern als attraktive, nützliche und natürlich auch langlebige Möbelstücke fungieren. So lässt sich anspruchsvolles Design nicht nur bewundern, sondern vor allem erfahren“, hält PD Dr. Wolfgang Meighörner, Direktor der Tiroler Landesmuseen, fest und fährt fort: „Zugleich sind wir bemüht, unseren Service für das Publikum kontinuierlich zu verbessern. Mit den neuen Bänken kommen wir dem häufig geäußerten Wunsch nach mehr Sitzmöglichkeiten nach.“

Das Sitzmöbelkonzept

Die Anforderungen an das Sitzmöbelkonzept im Ferdinandeum waren in der Ausschreibung klar definiert. Die Möbel sollen den BesucherInnen auf dem Weg durchs Museum die Möglichkeit bieten, an einem angenehmen Platz zu verweilen, von dem aus die Kunstwerke in Ruhe betrachtet werden können. Über ihre Funktionalität hinaus sollen die Möbel aber auch selbst zum Ausstellungsstück werden und junges Design im Museum repräsentieren. Mair überzeugte die Wettbewerbsjury mit einem Entwurf, der einen starken Bezug zur Möbelbaugeschichte Tirols herstellt, realisiert in einer zeitgenössischen Formensprache. Die von ihr entworfenen Sitzbänke gehen auf die unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten des Museums und deren Nutzung besonders ein.

Dr. Helena Pereña, Projektleiterin und Hauptkuratorin der Tiroler Landesmuseen, betont: „Die neuen Sitzmöbel im Ferdinandeum vermitteln einen stimmigen Gesamteindruck. Dabei steht nicht nur das elegante Einzelstück im Vordergrund, sondern der Dialog zwischen den Möbeln, den Exponaten und den Räumen.“

Diese Wechselwirkung ist auch der Designerin wichtig. Sie hat sich vor der Erstellung ihres Konzepts ausgiebig mit den Räumlichkeiten vertraut gemacht. Jedes Element spricht für sich, harmoniert aber auch im Ganzen. Mit ihrem humorvollen Entwurf schafft die Gestalterin Möbelstücke, die in Erinnerung bleiben.

Tiroler Handwerk gepaart mit modernem Design

Zu den Möbeln inspiriert hat Mair die klassische Tiroler Tischlerarbeit. Die Designerin über ihren Entwurf: „Meine Inspirationsquelle für die Möblierung war die Tiroler ‚Vorbank‘, eine schlichte Holzbank, die vor traditionellen Gebäuden steht und zum Rasten und Betrachten einlädt.“ Mair zitiert in ihrem Entwurf ein Tischlerdetail, das ohne Leim und Schrauben funktioniert – eine Steckverbindung, bei der die Spitze des Stuhlbeins auf der Sitzfläche sichtbar wird. Die Sitzfläche wird von unzähligen, besonders schlanken Beinen getragen, die sich auf der Oberseite in Form von grafischen, kreisrunden Elementen abzeichnen. Nicht nur formal, sondern auch durch das Material schafft die Gestalterin einen Bezug zu Tirol. Die Materialkombination aus heimischem Eschenholz und einem eleganten Wollstoff sorgt für eine gemütliche Atmosphäre. Die Polsterung gibt es in sechs farblichen Ausführungen, in Rot-, Blau-, Grün- und Grautönen.

Die Möbel aus Massivholz wurden von der Tiroler Tischlerei Forcher, mit der Mair seit mehr als 10 Jahren kooperiert, gefertigt. Die Tischlerei setzt auf traditionelles Handwerk vereint mit modernster Technologie.

Die Designerin

Nina Mair lebt und arbeitet in Innsbruck und ist in den Bereichen Design und Architektur tätig. Im Anschluss an ihr Architekturstudium, das sie an der Accademia delle Belle Arti in Florenz, Italien und der Universität Innsbruck absolvierte, gründete sie 2006 gemeinsam mit zwei Partnern das Designstudio Pudelskern, das sie bis 2012 führte. Seit 2012 arbeitet sie selbstständig als Produktdesignerin und Architektin in ihrem eigenen Studio. Mit ihren Produkten und architektonischen Konzepten erzählt Mair Geschichten und gehört zu den erfahrensten Gestalterinnen des narrativen Designs. Ihr Schaffen wird geleitet von ihrer Leidenschaft und Begeisterung für Materialien, Handwerk und unterschiedliche industrielle Fertigungstechniken. Die Gestalterin entwickelt ihre Produkte sowohl für international vertreibende Firmen wie Stepevi, Casamania, YDOL, ClassiCon u.a. als auch für ihr eigenes Label.

Die Möbel wurden von Mair eigens für die Tiroler Landesmuseen entwickelt. Parallel entstand eine kleine Produktfamilie des Entwurfs in Größen für zuhause, welche bei der Designerin bestellt werden kann.

Im Bild: Designerin Nina Mair mit einer von ihr entworfenen Bank im Historischen Gang im Ferdinandeum/Foto/c-pphilipp.com

 

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