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Kommunikation in Zeiten von Facebook

19 Gennaio 2017

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Kommunikation in Zeiten von Facebook

Die Zeiten haben sich geändert. Wir hören das die ganze Zeit. Die Kommunikationskanäle sind immer zahlreicher geworden, soziale Netzwerke sind ein Megaphon, das jedem Bürger eine Stimme gibt. Jeder kann (unter seiner eigenen Verantwortung) Urteile fällen, seine Wertschätzung ausdrücken oder kritisieren. Soweit  nichts Neues. Aber anders vor einigen Jahren ist Kommunikation jetzt unmittelbar und direkt und erfolgt meist vor der Information durch die Medien. Man benötigt keine besonderen Fähigkeiten sondern nur eine Tastatur. Solange das normale Menschen betrifft, ist das alles relativ. Das worüber man vorher mündlich diskutiert hat, landet jetzt auf der „Pinnwand“ (einschließlich Beleidigungen), oft ohne weitere bösen Absichten. Sobald soziale Netzwerke aber Diskussionsraum für wirtschaftliche oder politische Themen werden, entstehen Probleme. In der Vergangenheit konnte sich in der Tat niemand zum Beispiel über eine vielleicht ärgerliche Reklame beschweren. Es war in der Regel der Journalist, der die Unzufriedenheit zu spüren bekam und den verschiedenen (positiven wie negativen) Meinungen Raum gab. Heute kann jedoch jeder die Geschehnisse, politische Reden und alles, was das Internet ausspeit, kommentieren. In diesem Fall kann ein in Eile geschriebener Beitrag (der vielleicht an politische Initiativen gebunden ist) eine Kettenreaktion und ein “Telefonspiel” auslösen, das die ursprünglichen Informationen oft verändert. In dieser Phase kommt es vielleicht vor, dass ein Journalist zweifelhafte Information bekommt, aber ohne dies zu wissen, einen Artikel schreibt. Die Richtigstellung erfolgt dank der Geschwindigkeit des Netzes erst wenn zu viele Menschen ihre Überzeugung bereits gefestigt haben und sich weigern, die neuen Informationen zu berücksichtigen, auch wenn sich die vorherigen Meldungen als falsch erwiesen haben. In diesen Fällen wird oft unfreiwillig die berühmte „Falschmeldung“ erschaffen. Dann gibt es auch noch Leute, die (auch gegen Bezahlung) Desinformationen schaffen und der Öffentlichkeit nicht immer ganz korrekte Ideen vermitteln. In turbulenten Zeiten wie der unsrigen ist es wichtig sich auf einen Anführer verlassen zu können, speziell wenn es hierbei um Ereignissen geht, die  uns interessieren oder auch Themen, die uns wichtig sind. Er wird es sein, der das kommuniziert, was das Pressebüro ausbrütet, und immer wird er es sein, der den Kopf in einer unangenehmen Situation hinhält. Er wird mit jeder Kontroverse oder mit Manipulationen umgehen können. Auch eine schlecht gelaufene Pressekonferenz kann zum Bumerang werden, – durch eine schlechte Frage oder eine zu schnelle Antwort können sich Zweifel einschleichen, die dann eine Kontroverse erzeugen. Das Gleiche gilt für einen Beitrag. Es reichen oft schon drei nicht ganz einwandfreie Sätze, die eine heftige Diskussion wegen einer Fehlinterpretation verursachen können. Das Weiterleiten der Fehlinformationen macht den Rest und dies erfolgt immer schneller als die Richtigstellung. Bei vielen Gelegenheiten, bleiben viele trotz Videos, die Fehlinformationen widerlegen, von der ursprünglichen Idee überzeugt und hören nicht auf, sie zu verteidigen. Der Sprecher ist nicht unbedingt ein Journalist, muss aber die Medien kennen und wissen, wie man damit umgeht, und im Notfall solche Situationen abfedern. Beispiele für schlechte und sogar schädliche Informationen gibt es viele. Im Jahr 1962 haben zwei von 24 akkreditierten italienischen Journalisten Chile (das in jenem Jahr WM-Gastgeber war) als Land der Dritten Welt beschrieben. Die Südamerikaner haben das nicht gut aufgenommen und unsere Nationalmannschaft wurde (genau bei dem Spiel gegen Chile) wegen eines skandalösen Schiedsrichters, mit Streit und Schlägereien ausgeschlossen. Reagan spielte fast drei Jahre mit den Indiskretionen der Journalisten in Bezug auf das sogenannte Schutzschild im Weltraum. Die Russen bissen an und verausgabten sich mit diesem amerikanischen Projekt, das nicht einmal existierte. Gorbatschow konnte bei Nacht nicht schlafen und glaubte den erfundenen Artikeln, obwohl der russische KGB die amerikanischen Berichte dementierte. Er glaubte den amerikanischen Schreibern mehr als seinem eigenen Geheimdienst. Es geschah auch dass im Jahr 1918 der Dichter Gabriele D’Annunzio Wien mit Flugblättern „bombardierte“ und dass der Sprecher der italienischen Streitkräfte einen Bericht veröffentlichte, in welchem stand, dass unsere Armee bereit war, bei Asiago zu durchbrechen und Wien und Salzburg zu bombardieren. Die Österreicher bissen an, obwohl unsere Kanonen auf Verteidigung ausgerichtet waren. Der erschöpfte österreichische Generalstab hörte in der Tat nicht auf seine eigenen Späher. Nero, zum Beispiel, wurde Opfer einer Verschwörung durch die Medien. Er wurde systematisch verunglimpft und es wurde viel erfunden. Aber im kollektiven Bewusstsein ist er immer noch der Inbegriff des Wahnsinns, obwohl er das Reich gut verwaltet hatte. Die Macht der Kommunikation war in diesem Fall schlimm. Kommunikation ist immer ein zentraler Punkt gewesen, – nicht umsonst hatte Kaiser Augustus ein echtes “Propagandabüro” eingerichtet, das vom Dichter Virgil geleitet wurde. Damals waren andere Zeiten mit anderen Möglichkeiten, aber diese Maßnahmen des “göttlichen Augustus” sind uns bis heute ohne wesentliche Einschränkungen erhalten geblieben.

Almuth Tanzer

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