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Wienerliche Vorweihnachtszeit

11 Dicembre 2016

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Wienerliche Vorweihnachtszeit

Von Alexander Blascheck

Winterliche Stimmung hat es in der österreichischen Hauptstadt nicht so einfach. Bei zeitweise milden 13 Grad im Dezember ist so kurz vor dem besinnlichsten Fest des Jahres auch das Wetter in frühlingshafter Laune und der Traum von weiße Weihnachten rückt wieder einmal in weite Ferne.

 Aber was tut man nicht alles um trotzdem ein wenig Weihnachtsatmosphäre aufkommen zu lassen. Schon seit Anfang November liegen Adventskalender, Lebkuchen, Schoko-Weihnachtsmänner und  Weihnachtsdekoration zur Einstimmung in den Verkaufsregalen bereit. Damit ist Weihnachten nicht nur schon seit Wochen allgegenwärtig, dazu kommen noch diverse Feiern, Verwandtenbesuche und  Vorbereitungen für Heilig Abend, die die ruhigste Zeit des Jahres schnell zu einem hektischen Marathon werden lassen. Und wer dann auch noch bei der 100sten Wiederholung von Weihnachtsliedern wie Last Christmas nach mehr verlangt, wird sich auf den Wiener Adventsmärkten richtig ausleben können. Seit knapp 300 Jahren treffen hier Weihnachten, Handwerk, Gastronomie aber auch Kitsch aufeinander.

20 Märkte sind dieses Jahr angemeldet. Allein am Wiener Christkindlmarkt am Rathausplatz, dem größten und bekanntesten Weihnachtsmarkt der Stadt, werden heuer über drei Millionen Besucher erwartet. Die Standmieten spiegeln die hohen Erwartungen wider. Eine große Gastrohütte vor dem Sitz der Stadtverwaltung kostet über 30.000 € für sechs Wochen, die Kleinste immerhin noch 2.000 €. Im Schnitt werden pro Person und Besuch 20 € ausgegeben, ein lukratives Geschäft. Trotzdem ist die Entwicklung rückläufig, 2015 waren es noch 22 Märkte. Insgesamt 992 Stände, die Kerzen, Schmuck oder ähnliches verkaufen, sowie 162 Gastrostände bedienen täglich zehntausende Besucher.

Zum großen Teil touristisch ausgelegt, bieten die Märkte trotzdem genügend Abwechslung und Wiedererkennungswert, vor allem durch das einzigartige historische Umfeld. Neben dem Rathausplatz ist der Kultur- und Weihnachtsmarkt vor Schloß Schönbrunn, eine ehemalige imperiale Sommerresidenz, Treffpunkt für viele Touristen. Am Kunsthandwerksmarkt im Resselpark vor der Karlskirche, der erste und bisher einzige Adventmarkt in Wien der sich einer Bio-Zertifizierung unterzogen hat, liegt der Schwerpunkt auf Kunst und Kultur. Nur einen kurzen Spaziergang von der barocken Kirche entfernt liegt das Weihnachtsdorf Maria Theresien-Platz. Eingebettet zwischen dem Kunsthistorischen und Naturhistorischen Museum zählt der Platz zu den am stärksten frequentierten Teilen der Stadt. Der Weihnachtsmarkt am Spittelberg bietet Wiener Biedermeier-Flair für jährlich über 500.000 Besucher während sich Studenten häufig im Weihnachtdorf im Alten AKH auf einen Punsch treffen. Unzählige Weihnachtsveranstaltungen, die aufgrund ihrer Größe offiziell nicht als Adventmarkt gelten, bieten ebenfalls Live-Unterhaltung sowie Glühwein und Co und vermitteln ein wenig Apres Ski-Feeling in der Stadt.  Es ist schon fast eine Kunst, in dieser langen Vorweihnachtszeit nicht auf einen dieser Märkte zu landen.

Traditionell ist der Punsch bzw. Glühwein eines der begehrtesten Produkte. In unzähligen Variationen sollen sie den Besuchern helfen, ein wenig den Weihnachtsstress zu vergessen. Und bei all diesen vorweihnachtlichen Ambitionen fehlt dann vielleicht wirklich nur noch die ein oder andere Schneeflocke, die sich nach Wien verirrt, und man kann schon fast von so etwas wie Weihnachtsstimmung reden.

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Foto/© Alexander Blascheck

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