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Schönes Venedig – Massentourismus statt Romantik

27 Agosto 2016

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Schönes Venedig – Massentourismus statt Romantik

Ein Beitrag von Claudia von Dzerzawa

Zehn Millionen Gäste – eine Viertel Million Einwohner: Venedig versinkt in Besuchermassen. Für die Wasserbusse haben Einheimische jetzt eigene Zugänge.

Menschenmassen schieben sich über den Markusplatz, über die Brücken und durch die Gassen von Venedig. An die zehn Millionen Gäste beherbergt die italienische Stadt pro Jahr in Hotels und Pensionen. Dazu kommen laut Kommune 14 Millionen Tagesgäste – bei 260.000 Einwohnern.

Die einmalige Kulisse, das besondere Licht, die Romantik – das zieht Touristenmassen an. Hinzu kommt Glamour durch Filme und Promihochzeiten – etwa von Hollywoodstar George Clooney und Amal. Oder erst im Juli von Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger und Tennisspielerin Ana Ivanovic.

Die Bilder der glücklichen Paare mit wehenden Haare gingen um die Welt – aber so luftig ist es längst nicht überall in der Lagunenstadt. Das Gedränge und auch das Verhalten der Besucher gehen den Venezianern zunehmend auf die Nerven. Flugblätter mit der Aufforderung „tourists go away!!! you are destroying this area!“ (Touristen geht weg, ihr macht diesen Ort kaputt) klebten in diesen Tagen gerade wieder an Wänden nahe der Kirche San Giovanni in Bragora,  dies berichtete der „Corriere del Veneto“.

Unbekannte Venezianer ließen die Urlauber kürzlich auch wissen, was sich gehört. An den Mülltonnen wurde laut „Corriere del Veneto“ ein weiteres Plakat gefunden: ein Schwein im Badeanzug, das Abfall auf den Boden wirft, mit der Aufschrift „Stop“ und „Ich bin nicht willkommen in Venedig“, ebenfalls auf Englisch. Mancher bade einfach in den Kanälen, oder ziehe sich aus und laufe im Badeanzug herum, als sei Venedig ein Badeort, so sagte van der Borg. Andere biwakierten nachts auf dem Markusplatz. Wieder andere kommen laut Tourismusreferentin Mar mit dem Rad. „Sie verstehen einfach nicht, dass man in Venedig mit den vielen Brücken und Gassen nicht Radfahren kann.“

Doch selbst ohne solche Zwischenfälle geht es gerade in der Hauptsaison oft chaotisch zu: Menschenmassen drängen sich durch Gassen, schieben sich über die Brücken und quetschen sich auf Boote. Auf dem Canal Grande beschimpfen sich die Fahrer von Wassertaxen, -bussen, Privatbooten und Gondeln, die sich gegenseitig behindern. Und die Touristen? Die staunen über die einmalige Kulisse und ducken sich erschrocken, wenn der Nachbar auf dem Wassertaxi mal wieder mit dem Selfie Stick fuchtelt.

Quelle: https://claudia2902.wordpress.com/2016/08/27/schoenes-venedig-massentourismus-statt-romantik/

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