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Brexit – nur nicht hyperventilieren

5 Luglio 2016

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Brexit – nur nicht hyperventilieren

Die gute Nachricht für Südtirol, Brexit – nur nicht hyperventilieren

Ein Kommentar von Andreas Varesco

Wahrlich: Wir erleben derzeit ziemlich bewegte Zeiten. Da wäre zum Beispiel das sogenannte Brexit-Votum der Briten. In einem sind sich die politischen Beobachter einig: Von den Wenigsten so erwartet, bedeutet die Mehrheitsentscheidung der Briten ganz gewiss einen Einschnitt in die Entwicklung der EU. Die Briten haben, auch wenn es einige Inselbewohner dereinst bedauern, die Handbremse gezogen und die europäische Erweiterungspolitik nicht nur zum Erliegen gebracht, sondern sogar umgekehrt. Wenn jetzt einige Mitbürger angesichts des Votums der Briten hyperventilieren und Panik schreien, kann ich dem recht wenig abgewinnen. Wir sollten uns endlich daran gewöhnen, dass Volksabstimmungen in einer Demokratie nicht nur notwendig sind, sondern die edelste Form der Volksbeteiligung darstellen. Es ist höchst an der Zeit, dass wir den Bürgern eines Landes zugestehen, selbst über ihre Zukunft zu entscheiden. Was Großbritannien betrifft, sehe ich das Ganze recht pragmatisch: Ein Teil der Briten hat von Beginn an mit der EU und seinen Vorläufern gefremdelt. Wenn Großbritannien nun aus der EU aussteigen will, wird es auch für die Zukunft Mittel und Wege zu einer guten und engen Zusammenarbeit geben. Für die EU selber kann das Brexit-Votum der Anlass dazu sein, die EU bürgernäher zu organisieren. Lasst uns endlich die Verteidigung, die Außen- und Sicherheitspolitik, die Zuwanderungspolitik gemeinsam regeln. Wer jetzt auf die Nationalstaaten bzw. auf den neuen Nationalismus setzt, dem sei gesagt: Die Nationalstaaten haben längst bewiesen, dass sie in einer globalisierten Welt keine Lösungen bieten können. Sie haben versagt und zwar auf ganzer Linie, was ein Blick in die Geschichtsbücher beweist. Der Besuch eines Soldatenfriedhofes reicht aus, um wieder einen klaren Kopf zu kriegen. Was wir brauchen, ist ein Europa der Regionen und der Kulturen, das sich eine gemeinsame Verfassung gibt, die dem christlich-humanistischen-aufklärerischen Erbe Rechnung trägt. Und zum Schluss möchte ich noch anfügen: Möglicherweise werden wir bald die Schotten und Nordiren in der EU begrüßen dürfen. Also, so what?

 

 

 

 

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