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Übertreibt Satire? Darf Satire wirklich alles…

11 Aprile 2016

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Übertreibt Satire? Darf Satire wirklich alles…

Im Bild: Eine satirische Zeichnung von 1806 zeigt Napoleon als Bäcker seiner Verbündeten und Talleyrand, der bereits neuen Teig knetet.

Übertreibt Satire? Darf Satire wirklich alles…

Von Claudia von Dzerzawa

Übertreibt Satire? Die Satire muss übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.

Aber stimmt das? Darf Satire wirklich alles? Tucholsky hat seinen berühmten Satz eigentlich mehr im Zusamenhang mit gesellschaftlichen Problemen, unter anderem mit Militarismus erwähnt. Bei der Kritik solcher Themen darf aus meiner Sicht gern alles oder zumindest sehr viel gestattet sein. Wie soll man gesellschaftliche oder politische Probleme auch durch Überspitzung darstellen können, ohne zwangsläufig geistige Grenzen überschreiten zu müssen? Diskussionswürdig wäre bestenfalls, wie weit die Grenze überschritten werden darf. Aber nur weil ein berühmter deutscher Satiriker einmal gesagt hat, Satire dürfe alles, heißt das nicht, dass man die Gültigkeit dieses Zitates nie in Zweifel ziehen darf. Über zeitgemäßere Definitionen wurde immer wieder einmal nachgedacht, beispielsweise hat der als „Johannes Schlüter“ bekannte Jesko Friedrich 2009 in „Was darf Satire?“ bezweifelt, dass Tucholsky es heute noch so formulieren würde.

Es kann nicht im Sinne Tucholskys sein, einen schlechten Witz mit Verweis auf sein Zitat als gut oder gar unkritisierbar zu erklären. Das Bewertungskriterium sollte deshalb etwa so klingen: Wird in dem Text, in der Karikatur, in dem Video ein vorhandenes gesellschaftliches, politisches oder auch religiöses Problem behandelt oder nicht? Wird hier ein Mensch berechtigt kritisiert, weil seine Tätigkeit für die Gesellschaft relevant ist (oder sein sollte)?
Umgekehrt kann auch nicht automatisch gleich jeder Witz als Satire eingestuft werden, nur weil Politiker darin vorkommen. Politisch kritisierend muss er deshalb noch lange nicht sein.

Meinungs- und Pressefreiheit ermöglicht es auch, dumme oder schlechte Witze machen zu dürfen. Man kann sie nur nicht pauschal mit „Ist doch Satire!“ entschuldigen, sondern muss wie bei jedem misslungenen Zeitungsartikel mit Gegenreaktionen in Form von Kritik, Abokündigung oder Gerichtsverfahren leben können. Was man als Witzeproduzent darf oder nicht darf, sollten bei Nicht-Satire lediglich bestimmte Punkte des Pressekodexes vorgeben oder notfalls eben das Gericht regeln.

Quelle: https://claudia2902.wordpress.com/2016/04/10/uebertreibt-satire-darf-satire-wirklich-alles/?fb_action_ids=1253379434690726&fb_action_types=news.publishes

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