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Die gute Nachricht für Südtirol – Chapeau, Frau Mair!

12 Marzo 2016

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Die gute Nachricht für Südtirol – Chapeau, Frau Mair!

Die gute Nachricht für Südtirol – Chapeau, Frau Mair!

Diese Frau löst ganz unterschiedliche Gefühle bei den Südtirolern aus. Für viele Kritiker ist sie ob ihrer schneidigen und oftmals provokanten Aussagen, vorgetragen auf frech-forsche Art und Weise, ein rotes Tuch. Ihre vielen Anhänger lieben gerade das an ihr: Diese Frau ficht mit scharfer Klinge, schützt weder sich selbst noch den Gegner, wenn es um ihre Überzeugungen geht. Sie ist hart zu sich selbst und herzerfrischend offen, wenn es darum geht, Dinge beim Namen zu nennen. Damit hat sie sich nicht nur Freunde gemacht. Diese Woche hat sie wieder für Furore gesorgt. Die Medien haben berichtet, dass sie auf ihre Leibrente verzichten wolle. Diese persönliche Entscheidung nutzte sie aber nicht, um alle anderen Politikerkollegen, die es ihr nicht gleich tun, vorzuführen. Nein, sie holte zum Schlag aus, um gegen die “Hexenjagd” auf die Politiker Stellung zu beziehen. Tatsächlich ist es in diesem Land längst zur schrecklichen Unsitte geworden, Politiker unflätig und pauschal als Gauner und Schlimmeres zu beschimpfen. Die Politiker sollten am besten gar nichts verdienen, sie sollten gratis arbeiten, die Parteien sollten keinen Cent von der öffentlichen Hand bekommen. Oft höre ich diese Forderung von “besorgten Bürgern”, deren Katzenjammer anschließend groß sein wird, wenn nur mehr reiche Lobbyisten es sich leisten können, Politik zu betreiben. Ulli Mair stünde die Leibrente beim Pensionsantritt selbstverständlich zu. Nun hat sie darauf verzichtet, um mit sich selbst “im Reinen zu sein”, wie sie selbst auf Rai-Südtirol sagte. Es ist ihre persönliche Entscheidung. Sie hat nach ihren Prinzipien gehandelt und das nicht etwa, um politisches Kapital daraus zu schlagen. Es ging ihr dabei um die eigene innere Überzeugung. Das hat Größe und erfordert Respekt. Chapeau, Frau Mair.

Andreas Varesco

Im Bild: Ulli Mair/Portrait von Claudio Calabrese

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