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Als Venedig die Juden ins Ghetto zwang

28 Marzo 2016

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Als Venedig die Juden ins Ghetto zwang

Als Venedig die Juden ins Ghetto zwang

Von Claudia von Dzerzawa

Vor 500 Jahren, am 29. März 1519 dekretierte der Senat der Seerepublik, dass Venedigs Juden künftig in einem abgeschlossenen und von den Behörden überwachten eigenen Viertel zu leben hätten, dem „Geto“.
Um die jüdischen Venezianer im „Geto Nuovo“ zwangsweise zu konzentrieren, vertrieben die Behörden rasch alle anderen Bewohner. Deren Häuser gingen, zum höheren Preis, an die neuen Bewohner, mehrere hundert jüdische Familien aus allen Teilen der Stadt. Den Zugang zu dem nur etwa ein Hektar großen Areal regulierten zwei Tore, die morgens beim Schlag der Glocke von San Marco geöffnet und um Mitternacht verschlossen wurden, von vier christlichen Wächtern, die die jüdische Gemeinschaft selbst bezahlen musste.

Nachts ließ der Rat der Zehn, die mächtige Polizei- und Justizbehörde der Serenissima, pausenlos zwei Boote rings um das Ghetto patrouillieren, angeblich um dessen Sicherheit zu garantieren. Die Bewohner hatten kaum Rechte, weder das auf Eigentum und einen Beruf noch durften sie Politik machen. Und sie waren gezwungen, auf engstem Raum zu leben. Die bis zu siebenstöckigen Häuser, die höchsten Venedigs, zeugen davon bis heute. Erst das Ende der Republik besiegelte auch das Ende des Ghettos. Einen Monat, nachdem der letzte Doge unter dem Druck von Napoleons Truppen sein Amt niedergelegt hatte, verbrannten die Franzosen die Tore des Ghettos, die Juden wurden Bürger mit gleichen Rechten.

Quelle: https://claudia2902.wordpress.com/2016/03/28/29-maerz-1519-als-venedig-die-juden-ins-ghetto-zwang/

 

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