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Faschismus hat viele Gesichter

20 Maggio 2015

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Faschismus hat viele Gesichter

Cristian Kollmann von der Süd-Tiroler Freiheit bezeichnet die Kritik an den Bozner Neofaschist und Neogemeinderat Andrea Bonazza als durchwegs gerechtfertigt, ortet in dieser jedoch gleichzeitig mitunter antifaschistische Heuchelei.

Kollmann wörtlich: „Eine Reihe jener Politiker, die zu Recht mit dem Finger auf Bonazza zeigen, sollten sich konsequenterweise fragen, was sie selbst zur Entfaschistisierung Südtirols bisher beigetragen haben.“ „Haben sich diese ach so antifaschistischen Politiker je für die Entfernung der faschistischen Symbole eingesetzt? Haben Sie je für die Abschaffung der faschistisch belasteten und pseudoitalienischen Orts- und Flurnamen gekämpft?“, fragt Kollmann und schreibt weiter: „Der Faschismus hat in Südtirol viele Gesichter und Nuancen: Faschismus à la CasaPound ist gewiss die extremste Form dieser Ideologie, doch es grassiert auch eine Faschismus-light-Ideologie, die man noch treffender als Pazifaschismus bezeichnen könnte. Diese neue Ideologie hat sich nicht nur in den italienischen Rechtsparteien, sondern auch in manchen italienischen und altoatesinischen Linksparteien bis hin zur SVP tief oder minder tief eingegraben. Sie zielt darauf ab, die faschistischen Symbole sowie die tolomeisch-faschistischen Orts- und Flurnamen als kulturelle Bereicherung, ja mehr noch, als friedenserhaltende Maßnahme zu reinterpretieren und die Südtiroler weiterhin zwangszubeglücken und zu manipulieren.“

Weiters hält Kollmann fest: „Der einzige Unterschied zwischen den Hardliner- und Softlinerfaschisten besteht eigentlich nur darin, dass die einen Mussolini, Tolomei & Co direkt, die anderen indirekt honorieren. Beides ist eines demokratischen und antifaschistischen Landes mitten in Europa nicht würdig!“

Bezüglich der kommenden Stichwahl des Bozner Bürgermeisters sondiert die Süd-Tiroler Freiheit eine etwaige Wahlempfehlung. Knackpunkt sind die faschistischen Relikte und im Besonderen der so genannte Siegesplatz. Grund dafür nun auch die Gretchenfrage an Spagnolli Seitens der STF. In einem Schreiben an den Kandidaten Luigi Spagnolli weist die Bewegung darauf hin, dass die bisherigen Maßnahmen der „so genannten Historisierung“ der faschistischen Relikte in Bozen nicht ausreichen würde, da es immer noch Menschen gebe, die bekennende Faschisten in den Gemeinderat wählen würden. Es tue daher not, „ein klares Bekenntnis der Stadt Bozen gegen den Faschismus und dessen Reinterpretation als friedenserhaltende Maßnahme abzulegen“. Anschließend stellt die Süd-Tiroler Freiheit an Spagnolli gewissermaßen die Gretchenfrage in Sachen Siegesplatz: „Wären Sie als zukünftiger Bürgermeister der Stadt Bozen bereit, die Umbenennung des Siegesplatzes in ‚Antifaschismus-Platz‘ in das Koalitionsabkommen aufzunehmen und die Umbenennung im Laufe dieser Legislaturperiode durchzuführen?“ Die Süd-Tiroler Freiheit wartet nun gespannt darauf, ob sich Spagnolli zu einem klaren Bekenntnis und einem konkreten Signal gegen den Faschismus durchringen kann. Von seiner Antwort wird die Bewegung die Wahlempfehlung abhängig machen, teilt der Kommunikationsverantwortliche der Süd-Tiroler Freiheit, Dr. Cristian Kollmann mit.

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