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Gefahren des CLIL-Unterrichts bedenken

25 Gennaio 2015

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Gefahren des CLIL-Unterrichts bedenken

Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer warnt vor flächendeckendem CLIL-Unterricht

Laut Medienberichten soll der flächendeckende CLIL-Unterricht an Südtirols Schulen immer realistischer werden. Das Schulinspektorat zeigt sich zufrieden, was das Pilotprojekt an neun Oberschulen im vergangenen Jahr anbelangt. Die Freiheitliche Landtagsabgeordnete Tamara Oberhofer äußert in einer Pressemitteilung große Bedenken an dem Projekt.

Zunächst einmal sollte die Landesregierung alle Fakten über die Bewertung des Fremdsprachen-Pilotprojekts auf den Tisch legen. Was sagen die betroffenen Schüler, Eltern, Lehrer dazu? Wie fielen die Bewertungen aller Beteiligten aus?“, schreibt Tamara Oberhofer einleitend

„Ich möchte die gut gemeinten Absichten des Projekts nicht anzweifeln. Auf dem Papier klingt vieles gut. Allerdings sollte der Landesregierung bewusst sein, dass neben den angeblichen Vorteilen, die der CLIL-Unterricht bieten mag, auch die Nachteile zu bedenken sind“, warnt Oberhofer, welche selbst im Sprachenlyzeum maturiert und anschließend Französisch und Russisch an der Universität in Innsbruck studiert hat.

„Ich habe persönlich die Erfahrung gemacht, dass nicht jeder das Talent für Sprachen mitbringt, aber auch nicht das Interesse am Erlernen von Fremdsprachen hat. Viele wählen genau nach diesen Kriterien die Schulrichtung aus und das hat auch seine Richtigkeit, weil unterm Strich für jeden die positive Bewertung am Ende des Schuljahres zählt“, fährt Oberhofer fort. „Jeder soll die Möglichkeiten haben, seine Talente bestmöglich und mit viel Begeisterung für das zu Erlernende einzusetzen. Aus diesem Grund wird nicht jeder Schüler über den CLIL-Unterricht erfreut sein. Für viele stellen Fremdsprachen nämlich ein Problem dar. Es gibt doch zweifelsohne eine Unmenge an Fähigkeiten, neben den sprachlichen, welche ebenfalls am Arbeitsmarkt unabdinglich sind“, betont die Landtagsabgeordnete. 

„Das Erlernen von Geschichte und Kultur anderer Länder sollte Teil des entsprechenden Sprachunterrichts sein. Die eigene Geschichte und Kultur, in enger Verbundenheit mit der Muttersprache, sollten nicht missbraucht und abgewertet werden. Auch der Aneignung naturwissenschaftlichen Unterrichtsstoffs sollte nicht fremdsprachliche Hürden in den Weg gelegt werden. Gerade in Südtirol muss man bei solchen Experimenten vorsichtig sein. Deutsch ist zwar unsere Muttersprache, Fakt ist aber, dass unsere Muttersprache eine Varietät, also eine dialektale Form, der deutschen Sprache ist. Ihre Einzigartigkeit spiegelt sich insbesondere in ihren kultureigenen und geschichtlich bedingten lexikalischen Elementen wieder, für welche es häufig in der deutschen Standardsprache gar kein entsprechendes Wort gibt, ganz abgesehen von der grammatikalischen Struktur des Südtiroler Dialekts, welcher sich auch im Gebrauch des Standarddeutschen bei vielen bemerkbar macht. Das perfekte Erlernen des Standarddeutsch muss aus diesem Grund höchste Priorität haben. Guter Fremdsprachenerwerb hängt schließlich sehr eng mit einer ausgezeichneten Beherrschung der eigenen Muttersprache zusammen“, schließt die Freiheitliche Landtagsabgeordnete ab.

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