Politica

Trauerspiel oder Schadenfreude? Die großen Verlierer der Landtagswahl

3 Novembre 2013

Trauerspiel oder Schadenfreude? Die großen Verlierer der Landtagswahl

Pius Leitner

Laut Pressebericht sind der HGV, der LVH und der Bauernbund die “großen Verlierer” der Landtagswahlen.

 

  

Der Freiheitliche Pius Leitner kämpft seit jeher für die Entpolitisierung der Verbände. In einem Interview mit der “Neuen Südtiroler Tageszeitung Online” sagt er: Die Mitglieder haben verstanden, dass sie missbraucht wurden.

Herr Leitner hat fast 37.000 Vorzugstimmen erhalten. Wie viele Handwerker, Hoteliers und Bauern haben ihn wohl gewählt?

Diese Frage kann man schlecht abschätzen, denn es werden keine internen Analysen gemacht. Voraussichtlich ist die Partei aber von allen Schichten gewählt worden, auch von den Bauern, ansonsten hätte der Bauernbund seine vier SVP-Kandidaten durchgebracht. Es ist schon eine große Überraschung gewesen, dass der starke und geschlossene Bauernbund nicht imstande war, seine Mitglieder so zu motivieren, die eigenen Leute zu wählen. Man traut sichtlich auch anderen Kandidaten zu, dass sie Bauern-Interessen vertreten.

Das Kernthema seit Jahren war die “Entpolitisierung der Verbände”, kommt nun Schadenfreude auf?

Nein, nicht Schadenfreude. Aber es stimmt: Die Entpolitisierung der Verbände war bereits im Wahlprogramm vor 20 Jahren, also vor den Wahlen 1993 gefordert. Die Mitglieder der Verbände sind nun offenbar darauf gekommen, dass es der falsche Weg ist, wenn ihre Interessensorganisationen sich vor einen parteipolitischen Karren spannen lassen. Denn sie sind nicht frei.

Wenn die Verbandsvertreter einmal im Landtag sitzen, müssen sie sich an die Order der Partei halten, die Interessen der Verbände spielen dann nur mehr eine untergeordnete Rolle.

Die Menschen haben verstanden, dass gewisse Verbandsfunktionäre nur ein Sprungbrett gesucht haben und die Verbände in letzter Konsequenz sogar missbraucht haben. Die Partei hat 20 Jahre gebraucht, um dieses in die Köpfe der Menschen hinein zu trichtern. Die Konsequenzen dieser Wahl?

Die Verbände werden, so glaubt Herr Leitner, Gewissenserforschung betreiben und sich auf ihre ureigene Aufgabe besinnen. Wir brauchen starke Verbände, die Sozialpartnerschaft ist zu stärken, aber wenn nur mehr Gewerkschafter und Vertreter von Wirtschaftsverbänden kandidieren, dann schwächt man die Verbände.

 

 

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