Cronaca

Das Millionenspiel” TV brutal

21 Agosto 2013

Das Millionenspiel” TV brutal

Bild Das Millionenspiel

Das Millionenspiel ist ein bedeutender Bestandteil der deutschen Fernsehgeschichte.
Jörg Pleva macht als Lotz ein kaum glaubliches Martyrium durch Seine angstvollen Blicke, sein gequältes Gesicht verraten uns, dass es eben keine normale Unterhaltung ist, sondern eine Fortsetzung der römischen Gladiatorenkämpfe mit modernen Mitteln. Die unterkühlten und zum Teil sadistischen Werbespots, die Teil des Films sind, tragen zum Gesamteindruck bei. Sie kommen aus einer Welt, die der Unsrigen nicht fern erscheint, und die dennoch viel unmenschlicher ist.

Die Kämpfe im römischen Colosseum hatten ihr Publikum. Nach der Erstausstrahlung des Millionenspiels im Jahr 1970 meldeten sich mehrere begeisterte Zuschauer, um sich als Kandidaten für die nächste Sendung zu bewerben. Sie hatten trotz der eingefügten Spielszenen nicht gemerkt, dass es sich um einen fiktiven Film handelte. Das provokante Konzept von Wolfgang Menge und Tom Toelle ist damit aufgegangen. Die Zuschauer haben sich in ihrer ungebremsten Sensationslust selbst entlarvt.

Es war der erste große Fernsehskandal der Dekade: 1970. “Das Millionenspiel”, ein Thriller im Stile einer Reality-Show, bei der ein Kandidat von Killern gejagt wird. Tausende Zuschauer beschwerten sich über das gewalttätige Werk, Hunderte hielten die Show gar für real – und schickten sogar Bewerbungen. Alles auf völlig legaler Grundlage.

“Wir begrüßen Sie zum letzten Spieltag des Millionenspiels”, heißt eine Fernsehansagerin die Zuschauer am 18. Oktober 1970 um 20.15 Uhr willkommen und verspricht lächelnd: “Sollte der Kandidat vorzeitig den Tod finden, so erwartet Sie ein umfangreiches Unterhaltungsprogramm mit vielen beliebten Künstlern.”

Was dann folgt, versetzt Fernsehdeutschland für Wochen in Aufruhr. Da ist Bernhard Lotz, ein braver Bürger und Jedermann. Ausgemergelt, mit verdreckten Kleidern und dem panischen Blick eines gehetzten Tieres. Er flieht über Hausdächer, versteckt sich in leer stehenden Wohnungen und schleicht über düstere Hinterhöfe. Ständig in seinem Nacken: 24 Kamerateams, die jeden seiner Schritte verfolgen  und die Köhler-Bande, drei schwerbewaffnete Killer, mit dem Auftrag, ihn zu töten. Denn Lotz ist Freiwild, ein Gejagter im Namen des Entertainments. Die Regeln bei “Das Millionenspiel”, bei dem Lotz Kandidat ist, sind ebenso brutal wie einfach: Überlebt er die archaische Reality-Show für sieben Tage und Nächte gewinnt er eine Million Mark, (damals noch DM) stellen die Kopfgeldjäger ihre Zielperson, wird Lotz vor den Augen der Fernsehnation kaltblütig abgeknallt.

Als “Das Millionenspiel “endlich vorbei ist, prasseln Tausende von wütenden Telefonanrufen, Beschwerdebriefen und Hass-Telegrammen auf die Redaktion ein.”Die allergrößte Schweinerei, die uns jemals vorgesetzt wurde”, erbost sich ein Anrufer. Die Macher des Programms seien “rauschgiftsüchtig” oder gehörten in eine “Klapsmühle” diagnostizieren zahlreiche Zuschauer.

 

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